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Vermutlich erster Todesfall nach Coronareinfektion in Deutschland

Donnerstag, 21. Januar 2021

/picture alliance, AA, Juancho Torres

Berlin – In Deutschland ist womöglich zum ersten Mal ein Mensch nach einer wiederholten Corona­in­fektion gestorben. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) sagte heute auf Anfrage in Berlin, sie halte die Einschätzung für „plausibel“, dass der aus Baden-Württemberg gemeldete Todesfall eines 73-Jährigen der deutschlandweit erste Tod nach einer Reinfektion sei.

Weltweit seien solche Fälle äußerst selten. Dem RKI seien verschiedene Fälle mit einer neuen Infektion nach überstandener erster Coronavirusinfektion gemeldet worden, die derzeit untersucht würden. Ob darunter auch Todesfälle seien, lasse sich derzeit nicht sagen.

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Nach einem Bericht von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie Süddeutscher Zeitung war der aus dem Landkreis Freudenstadt stammende 73-Jährige im April erstmals am Coronavirus erkrankt. Im De­zember habe er sich erneut infiziert und sei dann am 11. Januar „an einer COVID-19-Lungenentzündung und Sepsis mit Multiorganversagen“ gestorben, berichteten die Medien unter Berufung auf das Regie­rungspräsidium Stuttgart.

Die stellvertretende Leiterin der Infektionsüberwachung beim Landesgesundheitsamt, Christine Wagner-Wiening, sagte, da der Mann eine lange symptomfreie Phase gehabt habe und nun auch seine Ehefrau infiziert sei, gebe es „starke Kriterien“ für eine tatsächliche Reinfektion.

Der Fall ist tragisch, aber Experten zufolge kein Grund zu größerer Beunruhigung. „Das ist ein Ausnah­mefall, nach dem ich keine Alarmglocken läuten lassen würde“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Reinfektionenseien selten, aber auch nicht ganz ausgeschlos­sen.

Die bekannten Fälle zeigten, dass Infizierte bei einer ersten Erkrankung nicht immer eine ausreichende Immunität aufbauten und sich erneut anstecken könnten, sagte der Immunologe vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Wie viele Antikörper ein Infizierter entwickle, hänge in der Regel mit der Schwere der Erkrankung zusammen. Wer beispielsweise keine Symptome zeige, bilde oft wenige bis keine Antikörper.

Weltweit sind bislang nur einige Dutzend Fälle von Reinfektionen bekannt. Die meisten registrierten Reinfektionen seien zudem milder verlaufen als die ersten Ansteckungen, wenngleich es auch wenige Ausnahmen gegeben habe, heißt es in der Fachzeitschrift British Medical Journal (BMJ).

„Es ist fast sicher, dass die Immunität nach einer milden ersten Infektion nicht lange anhält“, zitiert das BMJ den Medizinprofessor Paul Hunter von der britischen University of East Anglia. Unter dem Strich ver­laufe eine erneute Infektion aber in der Regel weniger schwer, weil das Immunsystem bereits gerüstet sei.

Seit Ausbruch der Pandemie untersuchen Wissenschaftler immer wieder Blut einst Infizierter auf Antikör­per und andere Abwehrstoffe. Je länger Corona grassiert, desto mehr können sie über den Verlauf sagen. Sicher scheint bislang unter anderem zu sein, dass der natürliche Immunschutz infolge von Infektionen mit der Zeit schwindet. „Nur die Impfung wird uns aus dieser Pandemie herausführen“, sagte Watzl. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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