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Hausärzte warnen vor Wucherpreisen für medizinische Masken

Donnerstag, 21. Januar 2021

/raquel, stock.adobe.com

Berlin – Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zum Kampf gegen die Coronapandemie hat der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) vor Wucherpreisen für medizinische Masken im Onlinehan­del gewarnt.

Es solle ein fairer Preis für die Masken sichergestellt werden, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es müsse verhindert werden, dass es – wie beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr bei Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier – zu Wucherpreisen komme. „Hierzu könnte beispielsweise ein Festpreis festgelegt werden, der nicht überschritten werden darf“, sagte Weigeldt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer hatten am vergange­nen Dienstag eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken im Einzelhandel und öffentlichem Nahver­kehr beschlossen. Das können OP-Masken sein, FFP-2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen ver­gleichbaren Standard haben.

Weigeldt begrüßte diesen Beschluss: „Wenn man sich für eine Maskenpflicht entscheidet, dann muss man es auch richtig machen“, sagte er. Die OP- und FFP-2-Masken könnten eine deutlich höhere Schutz­wir­kung bieten als Alltagsmasken, sagte der Verbandsvorsitzende der Hausärzte. Voraussetzung sei allerdings, dass es sich um zertifizierte Produkte handle und diese richtig verwendet würden.

Auf die Kritik, die Regelung ließe Einkommensschwache zurück, sagte Merkel heute vor Journalisten in Berlin, die Bundesregierung habe für 34 Millionen Menschen, darunter alle über 60-Jährigen, die beson­ders gut schützenden FFP-2-Masken für den Winter zur Verfügung gestellt. Vorgesehen ist ein Eigenan­teil von zwei Euro für je sechs Masken.

Eine finanzielle Unterstützung für Bedürftige zur Anschaffung von FFP-2-Masken ist für die Bundesre­gie­rung bisher kein Thema. Sollten die Einschränkungen jedoch noch lange anhalten, müsse man „natürlich auch darüber nachdenken, ob wir an der Stelle nochmal helfen müssen“, sagte die Kanzlerin.

Noch sei das aber nicht diskutiert worden. „Wenn das jetzt über Wochen geht mit der Medizinische-Masken-Pflicht wird das sicherlich ein Thema auch der Diskussion bleiben“, betonte Merkel.

Unterdessen ist die Nachfrage nach medizinischen Masken nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Neure­gelung der Maskenpflicht stark gestiegen. Das berichteten Drogeriemarktketten und Apotheker.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) betonte, die Neuregelung habe dazu ge­führt, dass mehr Kunden in die Apotheken kämen, um Masken zu kaufen und sich beraten zu lassen. Die Apotheken seien gut mit Masken verschiedener Qualitäten bevorratet. Engpässe seien nicht zu befürch­ten, erklärte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Bei den Drogeriemarktketten dm und Rossman zog die Nachfrage nach medizinischen Masken an. Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, sagte, aufgrund hoher Bestände an medizinischen Masken könne das Unternehmen die Kunden mit den gewünschten Produkten versorgen. Sollten auf­grund der gestiegenen Nachfrage FFP-2-Masken an einzelnen Standorten oder im Onlineshop mal kurzfristig ausverkauft sein, fülle man schnellstmöglich nach.

Die Drogeriemarktkette habe bereits Ende des vergangenen Jahres große Mengen an FFP-2-Masken bei ihren Partnern bestellt. Diese Bestellmenge habe man nun aktuell noch weiter erhöht. Gleichzeitig sei das Unternehmen auch auf zusätzliche Anbieter zugegangen.

Auch bei Wettbewerber Rossmann hieß es: „Aufgrund der bundesweiten Anordnungen sehen wir uns mit einem ad hoc steigenden Bedarf konfrontiert.“ Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, diesem gerecht zu werden.

Nach Aussagen eines Firmensprechers hätte sich Rossmann „etwas mehr Vorlauf gewünscht, um die Maßnahmen adäquat umsetzen zu können“. Wegen der großen Nachfrage habe das Unternehmen ent­schieden, die Abgabemenge von FFP-2- und FFP-3-Masken aktuell auf eine Packung pro Kunde zu be­schränken. OP-Masken würden dagegen weiterhin unbeschränkt verkauft. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

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