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Medizin

Variante CAL.20C könnte Zunahme von COVID-19 in Südkalifornien erklären

Donnerstag, 21. Januar 2021

/Josh, stock.adobe.com

Los Angeles – Auch in Kalifornien ist es zur Bildung einer neuen Variante von SARS-CoV-2 gekommen. Laut einer Publikation in MedRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.01.18.21249786) könnte CAL.20C für den raschen Anstieg der Erkrankungszahlen im Süden des US-Bundesstaates verantwortlich sein.

In Los Angeles und Umgebung ist es seit Mitte Dezember zu einer starken Zunahme von COVID-19 gekom­men. Die Zahl der Neuerkrankungen stieg innerhalb weniger Wochen auf über 13.000 pro Tag. Die Kliniken waren teilweise nicht mehr in der Lage, neue Patienten aufzunehmen. Der explosive Anstieg blieb uner­klär­lich, er konnte auch durch strenge Lockdownauflagen mit Ausgangsbeschränkungen zunächst nicht gestoppt werden.

Eine mögliche Erklärung liefern die Genomanalysen, deren Ergebnisse ein Team um Eric Vail vom Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles, jetzt veröffentlicht hat. Die Forscher berichten, dass sich der Stamm CAL.20C, der zuerst im Juli 2020 identifiziert wurde, in den letzten Wochen stark ausgebreitet hat. Unter den Virusgenomen, die am Cedars-Sinai Medical Center sequenziert wurden, entfielen zuletzt 36,4 % auf CAL.20C. Im Gesamtraum Südkalifornien beträgt der Anteil mittlerweile 24 %.

CAL.20C unterscheidet sich laut Vail durch 5 Mutationen vom Stamm 20G, der derzeit das Infektionsge­sche­hen in den USA bestimmt. Darunter ist eine L452R-Mutation, die sich innerhalb der Rezeptorbin­dungsstelle befindet. Veränderungen in diesem Bereich werden für die erhöhte Infektiosität der Variante B.1.1.7 und B.1.351 verantwortlich gemacht, die sich zuletzt in England und in Südafrika stark ausgebreitet haben.

Ob CAL.20C die Infektiosität erhöht, ist noch unklar. Die rasche Zunahme innerhalb einer Bevölkerung weist jedoch darauf hin. Die Mutation wurde vereinzelt auch außerhalb von Kalifornien gefunden, so in Arizona, Connecticut, Maryland, New Mexiko, Nevada, New York, Texas, Utah, Washington, Wyoming sowie in der Hauptstadt Washington. Die Häufigkeit außerhalb von Südkalifornien wurde bisher nicht ermittelt. © rme/aerzteblatt.de

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