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Pandemie: Gute Informationen reduzieren psychische Belastungen

Freitag, 22. Januar 2021

/shintartanya, stock.adobe.com

Berlin/Duisburg/Essen – Wer sich in der Coronapandemie gut informiert fühlt, hat weniger Angst. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) hin. Die Fach­­gesellschaft bezieht sich dabei auf Zwischenergebnisse einer Studie der Universität Duisburg-Essen, die rund 25.000 Bürger einbezieht.

„Wir wollen herausfinden, welche Faktoren mit einer Verschlechterung des psychischen Zustands und welche mit einer Entlastung verbunden sind“, erklärte Martin Teufel, der als Direktor der Klinik für Psy­chosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Klink Essen die Studie leitet.

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Am deutlichsten unter den Begleiterscheinungen der Pandemie leiden danach Menschen mit psy­chi­schen Vorerkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen. „Viele be­rich­ten über verstärkte Symptome wie Schlafstörungen oder Antriebslosigkeit“, so Teufel. Ursachen dafür könnten der Wegfall von psychotherapeutischen Behandlungen und Aktivitäten sein, die aus depressiven Episoden heraushelfen.

Menschen mit organischen Leiden wie Krebs oder Herzkreislauferkrankungen gaben dagegen keine hö­here negative Stressbelastung oder COVID-19-bezogene Angst als gesunde Studienteilnehmer an. In ihrer Studie identifizierten die Wissenschaftler auch Faktoren, die in der Pandemie psychisch entlastend wirken. Zu diesen Prädiktoren zählen Informiertheit über das Geschehen sowie Vertrauen ins Handeln der Politik.

„Die Untersuchung zeigt klar auf: Wer sich subjektiv gut informiert fühlt oder Vertrauen in die staat­li­chen Maßnahmen hat, leidet weniger unter COVID-19-bezogener Angst oder psychischer Belastung“, be­richtet Teufel. So sei aus den Daten klar erkennbar, dass die Fernsehansprache von Bundeskanzlerin An­gela Merkel (CDU) im März 2020 Angst und Depression in der deutschen Bevölkerung reduzierte.

„Dies zeigt, wie wichtig es in Krisensituationen sein kann, dass Regierungen transparent und verständ­lich informieren, um Vertrauen herzustellen. Konservative Medien können Menschen zielführend errei­chen“, so der Essener Klinikchef.

Vergleichbare Daten aus China und Russland, an denen die Arbeitsgruppe aus Nordrhein-Westfalen eben­falls beteiligt war, zeigten ein anderes Bild. „Die Rückmeldungen von mehr als 23.000 russischen Bürgern belegen ein viel geringeres Vertrauen in die Regierung als erwartet“, berichtet Teufel.

Die Studie zeigt auch ungeeignete Bewältigungsstrategien, zu denen Menschen in der Pandemie greifen. „Darunter fällt beispielsweise das massenhafte Horten von Klopapier oder hochkalorischen Lebens­mit­teln“, zählt Teufel auf.

Auch das vollständige Leugnen der Gefährlichkeit des Virus oder Verschwö­rungs­erzählungen könnten im Sinne psychologischer Abwehrmechanismen verstanden werden – „als Korrelate intrapsychischer Vor­gänge, um mit Unsicherheit und Angst umzugehen“, so Teufel. © hil/aerzteblatt.de

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