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Ausland

Ärztemangel: Polen lässt Ärzte aus Belarus und der Ukraine zu

Freitag, 22. Januar 2021

Polens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Adam Niedzielski begrüßt auf einer gestrigen Zeremonie Hleb Lukhanin, einen der in Polen neu praktizierenden Ärzte aus dem Ausland. /picture alliance, ZUMAPRESS.com, Hubert Mathis

Warschau – In der Coronapandemie zeigt Polens Werben um Ärzte aus den östlichen Nachbarländern erste Erfolge. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Adam Niedzielski überreichte gestern fünf Ärzten aus Belarus (Weiß­russ­land) und der Ukraine die Berufserlaubnis auf der Basis einer vereinfachten Gesetzgebung.

Bislang seien die Hürden für die Anerkennung der fachlichen Qualifikation von Ärzten aus dem Nicht-EU-Ausland sehr hoch gewesen, sagte Niedzielski.

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Die neue Gesetzgebung solle die Zulassung von Medizinern aus diesen Ländern schneller und einfacher machen. Mehrere Dutzend Anträge ausländischer Ärzte, hauptsächlich aus Belarus und der Ukraine, sei­en in seinem Ministerium bereits in Bearbeitung, sagte Niedzielski weiter.

Die Zulassung im Schnelldurchgang gilt für eine Zeit von fünf Jahren. Ein Arzt aus einem Drittland kann die Berufserlaubnis bekommen, wenn er eine Spezialisierung hat, drei Jahre Erfahrung in diesem Feld nachwei­sen kann und eine Erklärung abgibt, dass er über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt.

Das Verfahren ist umstritten: Standesorganisationen in Polen warnten bereits, dass die Qualifikation und die Sprachkenntnisse der Ärzte nicht ausreichend gründlich geprüft würden.

Seit Polens Beitritt zur EU 2004 sind tausende Ärzte Richtung Westen abgewandert. In der Corona­pan­demie macht sich der Ärztemangel in Deutschlands Nachbarland besonders stark bemerkbar. Dem OE­CD-Report „Health at a Glance 2020“ zufolge kamen in Polen im Jahr 2017 auf 100.000 Einwohner 238 Ärzte – so wenig wie in keinem anderen EU-Land. © dpa/aerzteblatt.de

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