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Ausland

Südafrika zahlt für Vakzin von Astrazeneca zweieinhalb Mal so viel wie Europäer

Freitag, 22. Januar 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Johannesburg – Südafrika ist von der Coronapandemie nicht nur besonders stark betroffen, sondern wird offenbar für die Eindämmung der Krankheit auch besonders stark zur Kasse gebeten.

Das Gesundheits­ministerium in Johannesburg teilte gestern mit, dass das Pharmaunternehmen Astraze­neca für seinen Impfstoff umgerechnet 4,30 Euro in Rechnung stelle. Das ist etwa zweieinhalb Mal soviel wie die 1,78 Euro, die laut Informationen einer belgischen Staatssekretärin von den Europäern verlangt werden.

Die 1,5 Millionen Impfstoffdosen von Astrazeneca, die in den kommenden Wochen in Südafrika eintref­fen sollen, werden in Indien vom Serum Institute of India (SII) hergestellt. Die Preise der Impfstoffe sind ein sensibles Thema. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief kürzlich die Regierungen dazu auf, keine bilateralen Verhand­lungen mit den Pharmakonzernen mehr zu führen.

In Südafrika gab es bereits mehr als 1,3 Millionen Infizierte und knapp 39.000 Coronatodesfälle. Damit ist es das Land, das auf dem afrikanischen Kontinent am stärksten von der Pandemie betroffen ist. Zu­dem breitet sich in Südafrika eine neue Mutante des Erregers aus, die als besonders ansteckend gilt.

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa erklärte kürzlich, er habe die Lieferung von 20 Millionen Impfstoffdosen in der ersten Jahreshälfte sichergestellt. Die Impfstoffe sollten von verschiedenen Unter­nehmen geliefert werden, sagte Ramaphosa, ohne Einzelheiten zu nennen. © afp/aerzteblatt.de

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