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DGINA-Notaufnahme- Ampel visualisiert tägliche Auslastung

Freitag, 22. Januar 2021

Notaufnahme-Ampel, Stand 22.1.2021, Quelle: DGINA

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) informiert jetzt mit einer „Notaufnahme-Ampel“ über die aktuelle Auslastung von Notaufnahmen in Deutschland. Auf dem Blog der Fachgesellschaft würden täglich entsprechende Daten der teilnehmenden Krankenhäuser veröffentlicht, wie die DGINA heute schrieb.

„Wenn die Intensivbetten in den Kliniken knapp werden, hat das auch Auswirkungen auf die Notaufnah­men“, sagte DGINA-Präsident Martin Pin. Bei einer Überlastung der Intensivstationen müssten kritisch kranke Patienten über längere Zeiträume in den Notaufnahmen intensivmedizinisch versorgt werden.

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Dadurch komme es in einzelnen Notaufnahmen immer wieder zu Kapazitätsengpässen – die Kranken­häuser könnten dann vorübergehend vom Rettungsdienst nicht mehr angefahren werden oder es komme vermehrt zu Akut- oder Zwangsbelegungen durch den Rettungsdienst.

„Bisher wird die Leistungsfähigkeit der Kliniken in der Coronapandemie ausschließlich an den verfüg­baren Intensivbetten gemessen, aber nicht an der Frage, ob man überhaupt in das Krankenhaus hinein­kommt“, erklärte Clemens Kill von der Projektsteuerungsgruppe „Notaufnahme-Ampel“ der DGINA. Mit der Ampel soll nun auch das Ausmaß der Belastung der Notaufnahmen sichtbar werden.

Diese Belastung sei eben nicht nur über die Patientenzahlen, sondern auch über pandemische Faktoren definiert, erläuterte Harald Dormann, Boardsprecher der DGINA. Alle COVID-19-Patienten, die stationär aufgenommen werden, würden immer über die Notaufnahme aufgenommen und müssten dort initial behandelt werden.

Überlastungssituationen in diesen Abteilungen seien besonders kritisch, weil die Notaufnahmen dann gleichzeitig Flaschenhals und Überlaufbecken seien und ihre genuine Aufgabe in der Daseinsfürsorge für akut erkrankte Menschen nicht mehr garantieren könnten.

Die Krankenhäuser, die an der DGINA-Notaufnahme-Ampel teilnehmen, melden jeden Morgen ihre Daten für den vorangegangen Tag. Dafür nutzen sie eine fünfstufige Farbskala: Wenn eine Klinik während eines Tages die Kapazitätsgrenze kritisch überschreitet, so dass beispielsweise der Rettungsdienst diese Not­auf­nahme nicht mehr anfahren kann, wird für diesen Tag „rot“ gemeldet.

Ebenfalls angezeigt wird, wie viele Krankenhäuser von einem Personalausfall durch coronabedingte Krank­meldungen und Quarantäne betroffen sind. Mehr als 60 deutsche Notaufnahmen melden bereits regelmäßig ihre Daten an die DGINA, täglich kommen neue hinzu. Welche Krankenhäuser konkret über­lastet waren, wird nicht angezeigt.

„Wir stellen dar, wie viel Prozent der teilnehmenden Kliniken in welchem Maß belastet waren“ sagte Wilhelm Behringer, Mitglied der Steuerungsgruppe. „Was wir dabei eindeutig sagen können: Jeden Tag sind in Deutschland Notaufnahmen überlastet“. Dies stelle eine Gefährdung des Patientenwohls dar.

Denn wenn eine Klinik vorübergehend nicht erreichbar sei, müssten – möglicherweise auch lebensbe­drohlich erkrankte – Patienten in weiter entfernte Krankenhäuser transportiert werden. Bei zeitkriti­schen Notfällen könne das einen entscheidenden Unterschied machen. © EB/aerzteblatt.de

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