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Politik

Spahn warnt vor Schuldzuweisungen in der Coronapandemie

Montag, 25. Januar 2021

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit/ picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat eindringlich vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Coronapandemie gewarnt. „Wir sollten aufpassen, dass 2021 nicht das Jahr der Schuld­zu­weisung wird. Über Fehler und Versäumnisse zu reden ist wichtig. Aber ohne dass es unerbittlich wird. Ohne dass es nur noch darum geht, Schuld auf andere abzuladen", sagte Spahn der Bild am Sonntag.

Stattdessen rief er die Bürger zu Optimismus auf: „Wir brauchen ein Jahr der Zusammenarbeit und der Zuversicht. Am Ende werden wir dieses Virus gemeinsam besiegt haben.“

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Für die hohen Infektionsraten und Todeszahlen in der zweiten Welle der Pandemie tragen laut Spahn Politik und Bürger gemeinsam Verantwortung. „Wir hatten alle zusammen das trügerische Gefühl, dass wir das Virus gut im Griff hätten. Die Wucht, mit der Corona zurückkommen könnte, ahnten wir, wollten es aber in großer Mehrheit so nicht wahrhaben.“

Spahn räumte ein, dass die Bundesregierung und die Länder zu zögerlich bei der Pandemiebekämpfung waren: „Wir haben dem Virus zu viel Raum gelassen. Wir hätten schon im Oktober bei geringeren Infekt­ionen härtere Maßnahmen ergreifen müssen.“

Aber ob sich Corona ausbreite, sei nicht nur eine Sache politischer Entscheidungen, sondern von allen Bürgern. „Es braucht entschlossenes staatliches Handeln, aber auch verantwortungsvolles Verhalten jedes Einzelnen. Wir sitzen alle in einem Boot“, so der Minister.

Kategorisch lehnte Spahn die Aufhebung von Einschränkungen für Geimpfte ab, bis es ein Impfangebot für alle Bürger gibt: „Wir haben ein Jahr lang solidarisch diese Pandemie durchgestanden. Jetzt können wir uns die Monate, bis jeder geimpft werden kann, auch noch alle an die Regeln halten.“

Es gehe in dieser Frage um Solidarität. Er selbst könnte schließlich auch seine Maske abnehmen und argumentieren, durch die eigene Coronaerkrankung immun zu sein. „Nicht für eine Sekunde käme ich auf diese Idee“, so Spahn.

Ebenfalls nicht infrage kommt für den Minister eine Impfpflicht für Pflegekräfte, wie sie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Gespräch gebracht hatte. „Die Pflegekräfte achten sehr genau darauf, ob wir über sie oder mit ihnen reden“, sagte Spahn. „Ganz bestimmt werde ich beim Impfen nicht über sie hinweg entscheiden.“ © kna/aerzteblatt.de

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