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Nominierter US-Gesundheits­minister: „Das Flugzeug ist im Sturzflug“

Montag, 25. Januar 2021

Der nomminierte US-Gesundheitsminister Xavier Becerra. /picture alliance, ZUMAPRESS.com, Ariana Ruiz

Washington – Nach dem schleppenden Anlauf der Impfkampagne gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in den USA hat der nominierte Gesundheitsminister Xavier Becerra den einzelnen Bundesstaaten mehr Un­terstützung aus Washington versprochen. „Man kann den Bundesstaaten nicht einfach sagen: Hier ist der Impfstoff, hier sind Masken, jetzt legt los“, sagte Becerra gestern im Nachrichtensender CNN.

Die Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden sieht ein zentrales Problem darin, dass unter seinem Vorgänger Donald Trump die Zentralbehörden sich zwar darum gekümmert hätten, die Impfstoffe im Land zu verteilen – den Rest aber den Bundesstaaten überließen.

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Becerra ließ auf wiederholte Nachfragen offen, wann jeder Amerikaner die Möglichkeit haben werde, eine Coronaimpfung zu bekommen. Das hänge unter anderem von der Koordination zwischen örtlichen und zentralen Behörden ab – und er wolle erst einen Termin nennen, wenn dieser verlässlich feststehe. „Das Flugzeug ist im Sturzflug – und wir müssen es hochreißen. Das wird nicht über Nacht passieren“, sagte Becerra.

Die Trump-Regierung hatte die Verfügbarkeit der Impfstoffe für Alle im Sommer in Aussicht gestellt. Da­ran gibt es aber inzwischen Zweifel. Bisher wurden erst rund 20 Millionen Amerikaner geimpft, nur gut drei Millionen von ihnen bekamen bereits beide Impfdosen. Dabei wurde in einigen Bundesstaaten we­niger als die Hälfte der dorthin gelieferten Impfdosen eingesetzt.

Biden spricht davon, in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Impfdosen verabreichen zu lassen. Die Zahl wurde zum Teil als nicht ambitioniert genug kritisiert, nachdem die Trump-Regierung ein schnelleres Tempo versprochen hatte. Der Coronaexperte Anthony Fauci betonte gestern zugleich, dass dies ein Mindestziel sei, dass übertroffen werden könnte. „Das ist der Boden, nicht die Decke“, sagte Fauci dem Sender CBS.

Fauci prognostizierte zuletzt, dass es in den USA im Herbst eine gewisse Rückkehr zur Normalität geben könne, sofern es gelinge, bis dahin einen Großteil der Bevölkerung zu impfen.

Unterdessen will US-Präsident Joe Biden schon heute den Einreisestopp für Ausländer aus Europa erneu­ern. Zudem sollen zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch Einreisen aus Südafrika gleichermaßen begrenzt werden, wie es gestern aus dem Weißen Haus verlautete. Zuvor hatten unter anderem die Sender CNN und NBC übereinstimmend über die weithin erwartete Änderung berichtet.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einer Woche ein Ende des Einreisestopps angeordnet. Bidens Team erklärte aber umgehend, dass die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengenraum, aus Großbritannien, Irland und Brasilien nach dem Amtsantritt der neuen Regierung wieder eingeführt würden. © dpa/aerzteblatt.de

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