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Medizin

SARS-CoV-2: Variante B.1.1.7 erhöht doch die Sterblichkeit

Montag, 25. Januar 2021

/onimate, stock.adobe.com

London – Infektionen mit dem Stamm B.1.1.7 von SARS-CoV-2, der sich aufgrund der höheren Übertra­gungsrate in den vergangenen Wochen von England aus international ausgebreitet hat, gehen entgegen bisheriger Annahmen offenbar doch mit einem Anstieg der Sterblichkeit einher. Zu dieser Einschätzung gelangt die Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) auf der Basis mehrerer Studien.

Die PHE war bisher davon ausgegangen, dass B.1.1.7 (offiziell „Variant of Concern VOC 202012/01“) zwar bis zu 70 % ansteckender ist als andere SARS-CoV-2-Stämme. Es schien aber nicht zu schwereren Krank­heitsverläufen zu kommen.

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Diese Einschätzung beruhte auf einer ersten retrospektiven Kohorten­studie, in der keine Hinweise auf eine erhöhte Rate von Hospitalisierungen beobachtet wurden. 3 neuere Studien, die auf einer Sitzung der „New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group“ (NERVTAG) vorgestellt wurden, erge­ben jetzt ein anderes Bild.

Die London School of Hygiene & Tropical Medicine ermittelte in einer Studie einen Anstieg der Case-Fatality-Rate (CFR) um 35 % (Hazard Ratio 1,35; 95-%-Konfidenzintervall 1,08 bis 1,68). Betroffen waren alle Altersgruppen.

In 2 Berechnungen des Imperial College betrug die relative CFR 1,36 (1,18 bis 1,56) oder 1,29 (1,07 bis 1,54). Forscher der Universität Exeter kamen sogar auf eine Hazard Ratio von 1,91 % (1,31 bis 2,71), wonach die Sterblichkeit fast doppelt so hoch wäre wie nach Infektionen mit früheren Stämmen.

Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den Zahlen des PHE, das auch in einer erneuten Analyse kei­nen Anstieg der Hospitalisierungsrate ermitteln konnte. Allerdings war jetzt auch in der Analyse des PHE ein Anstieg der Mortalität erkennbar (Hazard Ratio 1,65; 1,21 bis 2,25).

Für die NERVTAG besteht angesichts dieser Zahlen „eine realistische Möglichkeit, dass eine Infektion mit VOC B.1.1.7 im Vergleich zur Infektion mit Nicht-VOC-Viren mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist“. Zu den Einschränkungen der Studien gehört, dass nur 8 % der Todesfälle ausgewertet wurden, so dass eine Verzerrung durch die zufällige Auswahl von Gruppen mit einem erhöhten Sterberisiko nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

Ein Virologe der University of Leicester wies auch darauf hin, dass die höhere Sterblichkeit an Infek­tio­nen in den Wintermonaten die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. Andererseits ist es jedoch biolo­gisch plausibel, dass eine Variante wie B.1.1.7, die durch Mutationen an den Bindungsstellen leichter in eine Zelle eindringt, auch größere Schäden im Organismus verursacht. © rme/aerzteblatt.de

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