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Medizin

Risikofaktoren für schwere COVID-19-Krankheits­verläufe bei Rheumapatienten

Montag, 25. Januar 2021

/auremar, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) berichtet über Risikofaktoren für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe bei Rheumapatienten. Sie stützt sich dabei auf Daten des Registers „Covid19-rheuma.de“. Danach ist ist eine gute medikamentöse Kontrolle der rheumatischen Grund­erkrankung zentral.

Eine erste wissenschaftliche Auswertung der Registerdaten ist in der Fachzeitschrift RMD Open erschienen (DOI: 10.1136/rmdopen-2020-001464).

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„Von den insgesamt 468 registrierten Patienten mussten 136 hospitalisiert werden, 26 benötigten eine Beatmung“, fasst die korrespondierende Autorin der Publikation, Anne Regierer vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, die Ergebnisse zusammen. Sie hat diese zusammen mit Rebecca Hassel analysiert, der ärztlichen Koordinatorin des Registers aus der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim.

Als unabhängiger Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf zeigte sich besonders das Alter: Über 65-Jährige hatten ein 2,24-mal, über 75-Jährige sogar ein fast 4 Mal so hohes Hospitali­sierungsrisiko wie jüngere Patienten. Auch die Art und Anzahl der zusätzlichen Begleiterkrankungen beeinflusste den Verlauf der Erkrankung deutlich.

Einen schweren Verlauf hatten besonders häufig Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chroni­schen Nierenerkrankungen oder Lungenerkrankungen wie einer chronisch obstruktiven Lungen­erkrankung. Für Asthma-Patienten hingegen habe sich kein erhöhtes Hospitalisierungsrisiko gezeigt, so die Autoren. Damit bestätigen die Registerdaten zunächst die auch für die Allgemeinbevölkerung geltenden Erkenntnisse zu SARS-CoV-2.

Daneben zeigten sich aber auch Risikofaktoren, die speziell mit einer rheumatischen Grunderkrankung und ihrer Therapie in Verbindung standen. Als Risikogruppe hätten sich insbesondere Patienten erwiesen, die täglich mehr als 5 Milligramm Glukokortikoide einnahmen. Bei ihnen war das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf auf das 3,67-fache erhöht. Ebenso Patienten, deren aktuelle Krank­heits­aktivität als moderat bis hoch eingeschätzt worden war: Ihr Hospitalisierungsrisiko war fast doppelt so hoch wie das von Patienten mit niedriger Rheumaaktivität.

Laut Christof Specker, Rheumatologe an den Kliniken Essen-Mitte und Leiter der „Ad hoc Kommission COVID-19 Register“ der DGRh, lässt sich aus den Registerdaten die „dringende Empfehlung“ ableiten, während der Pandemie auf eine möglichst gute medikamentöse Kontrolle der rheumatischen Grunder­kran­kung zu achten. Wo immer möglich solle auf die dauerhafte Gabe höher dosierter Glukokortikoide verzichtet werden.

„Hier kommt der Behandlung mit Biologika eine wichtige Rolle zu“, so Specker. Mit ihnen ließe sich die Krankheitsaktivität wirksam kontrollieren und zugleich die Glukokortikoiddosis senken. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #773982
SaschaBrinkmann
am Dienstag, 26. Januar 2021, 22:36

@Wichi

https://cfc.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/kompetenzzentren/cfc/Landing_Page/Artikel-Berliner-Zeitung-20201103.pdf
Avatar #850553
wichi
am Dienstag, 26. Januar 2021, 21:36

Die erwähnten Gruppen haben üblicherweise einen niedrigeren Vitamin-D Spiegel als der Durchschnitt

Durch eine chronische Erkrankung verbraucht der Körper mehr Vitamin-D als üblich, so dass entsprechend Erkrankte einen niedrigeren Vitamin-D Spiegel als üblich haben. Interessant dabei ist, dass Asthma auch eine chronische Erkrankung ist, aber diese Erkrankung anscheinend keinen niedrigeren Vitamin-D Wert zur Folge hat, so diese Gruppe aus dem Schema herausfällt.
Aber nicht nur diese Gruppen haben häufiger einen schweren Verlauf der COVID-19 Erkrankung zu rechen, sondern auch an Diabetes erkrankte, fettleibige und farbige Personen.

Schon im Februar letzen Jahres war bekannt dass alte, fettleibige und farbige Personen häufiger an COVID-19 schwer Erkranken als andere, so das es keine lange Recherche brauchte um die Gemeinsamkeit dieser Gruppen herauszufinden, nämlich Vitamin-D Mangel.

Trotz der inzwischen zahlreichen Studien, die auch kausale Zusammenhänge ermittelt haben, reichen für viele die Beweise nicht, um z.B. allgemein für diese Gruppen eine Empfehlung zur Vitamin-D Supplementation heraus zu geben, um die Sterblichkeit zu verringern.
Warum ist die Hürde so groß, das auch nach fast einem Jahr nichts dazu passiert ist, das würde ich gern wissen.
Ch.Wiechering
Kiel
Avatar #93878
stapff
am Montag, 25. Januar 2021, 18:19

Insbesondere für den Beginn der Pandemie zutreffend

In diesem Zusammenhang sei auf eine Arbeit von Jorge et.al. in Lancet Rheumatology verwiesen. In der "real world" scheint sich die Situation im Laufe der Pandemie verbessert zu haben. Dies kann mit milderen Verläufen oder besserer Versorgung zu tun haben.
https://doi.org/10.1016/S2665-9913(20)30422-7
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