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Ärzteschaft

Ärzte unterstützten Ausbaupläne der Gedenkstätte Grafeneck

Mittwoch, 27. Januar 2021

/picture alliance, Marijan Murat

Stuttgart – Die Landesärztekammer Baden-Württemberg unterstützt Pläne, die Gedenkstätte Grafeneck bei Gomadingen (Kreis Reutlingen) auf der Schwäbischen Alb auszubauen und dort an die „Euthana­sie“­-Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern.

„Wir unterstützen die räumlichen und organisatorischen Erweiterungsgedanken der Gedenkstätte aus vollem Herzen. Und wir würden uns sehr freuen, wenn die Landes- und die Bundespolitik finanzielle Fördermöglichkeiten prüft, um das Schloss weiter zu erschließen und notwendige Renovierungen vo­ranzutreiben“, sagte Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer.

Hinter den Ausbauplänen stehen der Trägerverein der Gedenkstätte, die Samariterstiftung sowie das Land Baden-Württemberg. Angedacht ist, einen großen Teil des auf dem Gelände befindlichen Schlosses künftig für die Gedenk­stättenarbeit intensiver nutzbar zu machen. Es könnte eine neue Dauerausstellung entstehen, die das bereits bestehende Dokumentationszentrum ergänzt. Möglich wäre zudem ein regel­mäßiger Seminarbetrieb.

Bisher kann das Schloss laut Ärztekammer nur eingeschränkt für die Gedenkstättenarbeit genutzt wer­den und ist stark renovierungsbedürftig. Die Gedenkstätte, die aktuell über 30.000 Besucher und weit über 400 Besuchergruppen im Jahr empfängt, stößt laut der Landesärztekammer mit ihren Bildungsan­geboten, Ausstellungsflächen sowie Personal- und Finanzmitteln an Grenzen.

Im Rahmen der „Aktion T4“ begannen die Nationalsozialisten im Jahr 1940 in der Tötungsanstalt Grafen­eck ihre „Euthanasie“-Verbrechen und brachten 10.654 Menschen mit geistigen Behinderungen und psy­chischen Erkrankungen durch Gas ums Leben. Ärzte haben sich damals durch die Auswahl der zur Ermor­dung vorgesehenen Menschen und durch die aktive Beteiligung an den Tötungen mitschuldig gemacht.

„Es sollte alles dafür getan werden, den Erinnerungsort Grafeneck zukunftsfähig und weiter optimal nutzbar zu machen. Das sind wir den Opfern schuldig“, sagte Miller. Er betonte, Gedenkstätten seien „ein wichtiger Baustein beim Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass“, so der Kammer­präsi­dent. © hil/aerzteblatt.de

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