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Politik

AfD-Anhänger empfänglich für Coronaverschwörungs­erzählungen

Mittwoch, 27. Januar 2021

/picture alliance, blickwinkel, McPHOTO, C. Ohde

Leipzig – Anhänger der AfD sind laut einer Studie der Universität Leipzig stärker für Verschwörungs­erzählungen empfänglich als Wähler anderer Parteien. Das gilt den Wissenschaftlern zufolge auch in Bezug auf COVID-19.

„Dennoch bleibt festzuhalten, dass Verschwörungserzählungen auch darüber hinaus Verbreitung finden und sich nicht alleine auf Menschen im rechten Spektrum beschränken“, heißt es in dem Papier, das sich auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vom Frühsommer 2020 stützt.

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Um die Zustimmung zu coronabezogenen Verschwörungserzählungen zu messen, sollten sich die Befrag­ten zu zwei Aussagen positionieren: „Die tatsächlichen Hintergründe der Coronaerkrankung werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen“ und „Die Coronakrise wurde so groß geredet, damit einige wenige von ihr profitieren können“.

Bei der Auswertung der Ergebnisse stellten die Forscher des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts fest: Rund 68 Prozent der Menschen, die bei der nächsten Wahl ihr Kreuz bei der AfD machen wollten, stimmen diesen Aussagen eher zu. Das Gleiche gilt demnach auch für rund 65 Prozent der Nichtwähler sowie für knapp 47 Prozent der Wähler der FDP und rund 37 Prozent der SPD-Anhänger.

Unter den Wählern der Linkspartei vertrat den Angaben zufolge fast jeder Dritte (31,9 Prozent) eine sol­che Ansicht. Bei den Anhängern der Unionsparteien waren es gut 28 Prozent. Mit 21,4 Prozent lag der Wert bei den Wählern der Grünen am niedrigsten.

Das Forscherteam unter Leitung des Sozialpsychologen Oliver Decker warnte davor, Bedeutung und Gefah­ren von Verschwörungserzählungen zu unterschätzen. In der Studie heißt es: „Viele Erzählungen sind absurd und widersprüchlich, sie werden daher oft in ihrer politischen Bedeutung unterschätzt.“

Verschwörungserzählungen basierten oft auf einer einfachen Freund-Feind-Konstruktion und seien so angelegt, dass sie unüberprüfbar und damit auch unwiderlegbar seien. © dpa/aerzteblatt.de

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