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Mehr Erzieher als Pflegekräfte von Coronainfektionen betroffen

Donnerstag, 28. Januar 2021

/picture alliance, Gil Cohen Magen

Berlin – Die Beschäftigten in Kindergärten und Vorschulen sind im vergangenen Jahr über lange Zeit die am stärksten vom Coronavirus SARS-CoV-2 betroffene Berufsgruppe gewesen.

In einer vom Dachverband der Betriebs­kranken­kassen (BKK) gestern veröffentlichten Auswertung der Monate März bis November vergangenen Jahres lagen die Beschäftigen in Kitas und Vorschulen bei der Krankheitshäufigkeit vor Pflegekräften in Altenheimen und vor Krankenhauspersonal.

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Im Dezember allerdings gab es unter Altenpflegern die meisten Betroffenen. Nach der Auswertung der Krank­mel­dungen von März bis November gab es unter Kitapersonal 162 Krankmeldungen je 10.000 Be­schäftigte wegen einer Infektion mit dem Coronavirus.

Bei den Beschäftigten in Alten- und Behindertenheimen waren es 146, gefolgt von Pflegeheimen mit 144 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigten. Der Durchschnitt über alle Berufsgruppen lag bei 74 Krankmeldun­gen je 10.000 Beschäftigten.

Im Dezember änderte sich nach der BKK-Auswertung das Bild aber deutlich. Im vergangenen Monat gab es unter Altenpflegern 408,7 Krankschreibungen je 10.000 Beschäftigte, an zweiter Stelle lag das medi­zi­­nische Personal in Krankenhäusern mit 380,7 Fällen. Bei Erziehungsberufen waren es da 336,1 Fälle, der Durchschnitt bei allen Berufen lag bei 170,5 Krankschreibungen je 10.000 Beschäftigte.

Die Entwicklung bei den Erziehungsberufen erklärte die BKK mit dem Lockdown, der zum Notbetrieb in Kindergärten und Vorschulen führte. Bei den Beschäftigten in Altenheimen zeige sich an den Zahlen, dass diese am Limit arbeiten. Der Dachverband der Betriebskrankenkassen wertete Krankheitsdaten von rund vier Millionen Versicherten aus, die sich zwischen März und November krank gemeldet hatten. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #868728
DenniK
am Freitag, 29. Januar 2021, 15:01

Keine Aussage über den Anteil positiver PCR Nachweise

Meine volle Zustimmung zu MethodenChecks Kommentar.
Außerdem fehlt eine Analyse zum Anteil an positiven PCR Tests pro Berufsgruppe und bei allen Versicherten.
So kann eine Über- bzw. Untertestung einzelner Berufsgruppen nicht nachvollzogen werden.
Avatar #832124
Methoden-Check
am Donnerstag, 28. Januar 2021, 23:58

Keine Unterscheidungen zwischen echten und bloßen Verdachtsdiagnosen

Das Problem bei der Analyse des BKK DV ist, dass nicht zwischen den beiden in Bezug auf die Diagnose "COVID-19" existierenden Diagnoseschlüsseln U07.1! und U07.2! unterschieden wird – laut ICD-10 sind diese:

- U07.1! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen wurde.
- U07.2! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde, sondern die Infektion nur klinisch-epidemiologisch bestätigt wurde.

Beim Diagnoseschlüssel U07.2! handelt es sich also um eine bloße Verdachtsdiagnose, wofür das Vorhandensein von respiratorischen Symptomen jeder Schwere ausreicht, hinzu kommen muss dann nur noch die Vermutung, dass man sich vielleicht irgendwo angesteckt haben könnte. Da diese Personen kein positives SARS-CoV-2-Testergebnis aufweisen, ist es wahrscheinlich, dass es sich in Wirklichkeit nur um harmlose Erkältungskrankheiten handelt.

In Kindergärten ist es beispielsweise so, dass sich viele Erzieher/innen bei leichten Erkältungssymptomen testen lassen und dann bis zum Erhalt des Testergebnisses krankgeschrieben sind. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass dann auf der Krankmeldung die Verdachtsdiagnose U07.2! steht, was dann in der Analyse des BKK DV fälschlicherweise als "COVID-19-Diagnose" gezählt wird. Da harmlose Erkältungskrankheiten bei Erzieher/innen häufig vorkommen - anders als COVID-19 zirkulieren diese stärker unter Kindern - und diese sich dann oft wegen eines bloßen Verdacht testen lassen, ist davon auszugehen, dass es bei Erzieher/innen relativ viele U07.2! Diagnosen - also bloße COVID-19-Verdachtsdiagnosen - gibt, aber nur wenige echte COVID-19-Diagnosen (U07.1!).

Es wäre wünschenswert, wenn der BKK DV hier genauere Daten zur Verfügung stellen würde, dann könnte man prüfen, inwiefern Erzieher/innen in Wirklichkeit zwar mehr Verdachtsdiagnosen, aber weniger echte COVID-19-Diagnosen haben als anderen Berufsgruppen.
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