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Medizin

Framingham-Studie: Häufigkeit von Schlaganfällen nach TIA ist deutlich zurückgegangen

Mittwoch, 3. März 2021

/medistock, stock.adobe.com

Boston – Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) kündigt häufig einen späteren schweren Schlag­an­fall an. Das Risiko ist jedoch in den letzten Jahrzehnten gesunken, was Neurologen im Amerikanischen Ärzteblatt Journal of the American Medical Association (2021; DOI: 10.1001/jama.2020.25071) auf die verbesserte Nachsorge der Patienten zurückführen.

Nach einer TIA bilden sich die Lähmungen und anderen neurologischen Ausfälle innerhalb von 24 Stunden zurück. Die Ursachen für den „kleinen Schlaganfall“ bleiben jedoch erhalten, sodass die Betrof­fenen damit rechnen müssen, innerhalb der nächsten Wochen, Monate oder Jahre einen großen Schlag­anfall zu erlei­den, der dann bleibende Schäden hinterlässt oder sogar zum Tod führt.

Die Framingham-Studie, die 1948 in der gleichnamigen Stadt im US-Staat Massachusetts begonnen wurde, liefert die vermutlich weltweit besten Voraussetzungen, um das Risiko der TIA-Patienten abschätzen zu können. Die Teilnehmer der 1. Kohorte wurden jährlich zu Untersuchungen einbestellt.

In der 2. Kohorte wurde das Intervall auf 4 Jahre und in der 3. Kohorte auf 6 Jahre verlängert. Hinzu kom­men regelmäßig postalische Befragungen. Epidemiologen können zudem auf die Daten des Krankenhauses in der 65.000-Einwohner-Stadt zugreifen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass Schlaganfälle bei den Teil­neh­mern übersehen wurden.

Die Häufigkeit von Schlaganfällen nach einer TIA war deshalb höher als in früheren Studien, in denen zwischen 6 % nach 1 Jahr und 9 % nach 5 Jahren einen Schlaganfall erlitten. Vasileios-Arsenios Lioutas vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston ermittelt dagegen für die Teilnehmer der Framing­ham-Studie eine Häufigkeit auf einen Schlaganfall von 11,7 % in den ersten 90 Tagen und von 15,4 % im 1. Jahr.

Nach 5 Jahren hatten 24,6 % und nach 10 Jahren 29,9 % der TIA-Patienten einen großen Infarkt erlitten. Das Risiko war damit fast 5 Mal so hoch wie bei anderen Mitgliedern der Framingham-Studie gleichen Alters und Geschlechts ohne TIA in der Vorgeschichte (Hazard Ratio 4,81; 3,82 bis 6,06). Nach Berücksich­tigung von Ausbildungsniveau und den Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit und aktuelles Rauchen betrug die Hazard Ratio 4,50 (3,52 bis 5,75).

Interessanterweise ist das Schlaganfallrisiko der TIA-Patienten im Verlauf der Jahre gesunken. Erlitten zwischen 1948 und 1985 noch 16,7 % innerhalb von 90 Tagen einen Schlaganfall, so waren es zwischen 1986 und 1999 noch 11,1 % und zwischen 2000 und 2017 nur noch 5,9 %.

Die Studie kann die Ursachen nicht klären. Es darf jedoch vermutet werden, dass die bessere Behandlung und Nachsorge der Patienten hier einen wesentlichen Anteil hatte. Ein TIA mag ein Vorbote für einen späteren schweren Schlaganfall sein. Der Schlaganfall ist jedoch kein unvermeidbares Schicksal. © rme/aerzteblatt.de

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