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Ärzteschaft

Kinderärzte sollen Eltern frühzeitig über Diabeteswarnzeichen informieren

Donnerstag, 28. Januar 2021

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Berlin – Bleibt ein Diabetes bei Kindern und Jugendlichen unentdeckt, kann es zu einer lebensbedroh­lichen Stoffwechselentgleisung kommen, der diabetischen Ketoazidose.

Die Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hat daher gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) eine Aufklärungskam­pag­ne zur Früherkennung eines Typ-1-Diabetes auf den Weg gebracht. Dabei sollen Kinderärzte den Eltern künftig bei jeder U6- und U7a-Vorsorgeuntersuchung kurz vier Warnzeichen eines Typ-1-Diabetes erklären.

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„Dazu gehören ständiger Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme und stetige Müdigkeit“, er­läu­terte Martin Holder von der AGPD. Auch sollen die Ärzte den Eltern einen Flyer mit wichtigen Informati­o­nen über eine Diabeteserkrankung mitgeben. „Ziel der Kampagne ist es, die Eltern verstärkt für die Warnzeichen einer Diabeteserkrankung und die Symptome einer Ketoazidose zu sensibilisieren“, so Holder.

Laut der DGG und dem BVKJ ist die Zahl der diabetischen Ketoazidosen bei Kindern während des ersten Lockdowns stark gestiegen: Vom 13. März bis 13. Mai 2020 sei sie in 238 Fällen aufgetreten – nahezu doppelt so häufig wie in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. Insbesondere die Fallzahl der Vorschul­kinder mit einer schweren Stoffwechselentgleisung sei angestiegen. Die Anzahl der Neuerkrankungen von Kindern mit Diabetes Typ 1 hat sich laut den Verbänden jedoch insgesamt nicht verändert.

„Ein Faktor ist vermutlich die Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19. Viele Eltern scheuen deshalb womöglich den Besuch einer Kinderarztpraxis“, sagte der Vorsitzende der AGPD, Thomas Kapellen. Die Verbände weisen daraufhin, dass das Risiko für eine diabetische Ketoazidose mit jedem Tag steigt, in­dem ein Kind unerkannt an Typ-1-Diabetes erkrankt ist.

Die Stoffwechselentgleisung zeigt sich neben einem verstärkten Harndrang auch durch Übelkeit oder Erbrechen, beschleunigte Atmung und einem säuerlichen Acetongeruch des Atems. „Da es im weiteren Verlauf zu einem diabetischen Koma kommen kann, gehören betroffene Kinder sofort in notärztliche Behandlung“, hieß es aus der DGG und dem BVKJ. © hil/aerzteblatt.de

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