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COVID-19: Bei welchen Patienten Antikörperpräparate eingesetzt werden können

Donnerstag, 28. Januar 2021

/vipman4, stock.adobe.com

Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) nennt in einer Stellungnahme mögliche Einsatzgebiete für die vom Bund eingekauften 200.000 Dosen antikörperhaltiger Arzneimittel gegen COVID-19.

Evidenzbasierte Empfehlungen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, heißt es, doch der Einsatz bei bestimmten Patientengruppen im Rahmen eines individuellen Heilversuchs könne diskutiert werden.

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Zu diesen Patientengruppen zählen laut der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegenden Stellungnahme Pa­tienten in einer frühen Phase der Erkrankung im leichten oder moderaten Stadium, die mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf aufweisen.

Hier ergebe sich allerdings ein logistisches Problem mit der aktuellen Planung, die ersten monoklonalen Antikörperpräparate an den Universitätskliniken einzusetzen, schreibt die AWMF. Denn in der Gebrauchs­information, die in dieser Woche zusammen mit den Antikörperpräparaten an die Unikliniken verschickt wurde, heißt es ausdrücklich, dass sie nicht bei hospitalisierten Patienten angewendet werden dürfen.

Keine ambulanten Patienten in den Unikliniken

Doch ambulante Patienten in der Frühphase der Erkrankung, mit nur leichten oder moderaten Symp­to­men, finden sich üblicherweise nicht an den Universitätskliniken. „Für die sinnvolle Begrenzung des Einsatzes bei Patienten in einer frühen Erkrankungsphase ist eine enge Kooperation zwischen ambulan­tem Sektor und Zentren erforderlich“, schreibt deshalb die AWMF.

Eine zweite Patientengruppe, in der der Einsatz von Antikörpern in Frage kommt, sind laut AWMF Patien­ten mit nosokomialen Infektionen. Bei ihnen bestehe auch das logistische Problem nicht. „In dieser Indi­kation kann der Einsatz monoklonaler Antikörper möglicherweise schwere COVID-19-Ausbrüche mit Be­drohung der Funktionsfähigkeit der Kliniken frühzeitig begrenzen“, heißt es.

Zu erwägen ist der Einsatz der neutralisierenden Antikörper zudem bei prolongierter Virusausscheidung bei immunsupprimierten Patienten mit fehlender Serokonversion.

Orientierende Laborparameter für den Einsatz monoklonaler Antikörper seien der fehlende Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern und hohe Virustiter. Einschränkend sei hier aber anzumerken, dass bisher keine allgemein anerkannten Grenzwerte existierten.

Risikofaktor für schweren Verlauf ist Voraussetzung

Anerkannte Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung sind der Gebrauchs­information zufolge ein Alter über 60, Übergewicht, kardiovaskuläre Erkrankungen, einschließlich Hyper­tonie, chronische Lungenerkrankungen einschließlich Asthma, Diabetes Typ 1 und 2, chronische Nieren­erkrankungen einschließlich Dialysepatienten, chronische Lebererkrankungen, Immunsuppression, durch die Patienten nach Einschätzung des behandelnden Arztes ein erhöhtes Risiko aufweisen (z.B. Tumor­patienten, knochenmark- oder organtransplantierte Patienten, HIV-Patienten, deren Erkrankung schlecht kontrolliert ist), Sichelzellanämie oder Thalassämie und ein durch Medikamente geschwächtes Immun­system.

Angesichts der Unsicherheiten in der Wirksamkeit monoklonaler Antikörper seien Register zur eng­ma­schigen Erfassung von Wirksamkeit und Sicherheit erforderlich, heißt es in der Stellungnahme der AWMF. Gleichzeitig sollten begleitende Studien initiiert und gefördert werden. © nec/aerzteblatt.de

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