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Medizin

Uranerzbergbau wirkt sich auf Mortalität der Kumpel aus

Donnerstag, 28. Januar 2021

Luftaufnahme vom ehemaligen Uranerz-Bergbaugebiet in Gera und Ronneburg./ picture-alliance, Jan-Peter Kasper

Berlin – Zwischen 1946 und 1990 haben im sächsischen und thüringischen Uranerzbergbau mehr als 400.000 Menschen gearbeitet. Da es an ausreichenden Strahlen- und Arbeitsschutzmaßnahmen fehlte, waren die Beschäftigten insbesondere in der Anfangszeit hohen Radon- und Quarzfeinstaubbelastungen aus­gesetzt.

Ein Autorenteam um Michaela Kreuzer vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat sich jetzt mit den gesund­heit­lichen Auswirkungen beschäftigt. In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzte­blatts präsentieren die Forscherinnen die Ergebnisse ihrer Kohortenstudie zu ehemaligen Mitarbeitern der Wismut AG in Sachsen und Thüringen.

Für ihre Untersuchung hatten sie in einer Kohorte von 35.204 ehemals unter Tage Beschäftigten der Wis­mut AG die Sterblichkeit im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands analysiert und dazu die standardisierte Mortalitätsrate (SMR) berechnet.

Im Nachbeobachtungszeitraum von 1960 bis 2013 verzeichneten die Wissenschaftlerinnen 18.510 To­des­fälle. Die Lungenkrebssterblichkeit war in der untersuchten Kohorte 2,36-fach höher als in der Allge­meinbevölkerung.

Dabei nahm mit steigender Radonexposition auch die SMR zu. Des Weiteren war die Sterblichkeit infolge einer Silikose oder sonstigen Pneumokoniose erhöht. Mit zunehmender Quarzfeinstaubexposition stie­gen hierfür die SMRs exponentiell an.

Für beide Todesursachen war die Sterblichkeit mehr als 20 Jahre nach Betriebsende noch deutlich er­höht. Darüber hinaus waren die SMRs für Magenkrebs, Leber, die Gesamtgruppe aller Tumoren ohne Lun­genkrebs, Infektionen, zerebrovaskuläre Erkrankungen und Grippe/Lungenentzündung erhöht. Deutlich seltener waren psychische Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems die Todesursache.

Das Bundesamt für Strahlenschutz begann in den 1990er Jahren mit dem Aufbau der Deutschen Uran­bergarbeiterkohorte. Die gewonnenen Erkenntnisse der langfristig angelegten Studie sind für den Strahlen- und Arbeitsschutz und für Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheiten bedeutsam. © se/aerzteblatt.de

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