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Politik

Vernachlässigte Tropenkrankheiten: Bund soll sich stärker engagieren

Freitag, 29. Januar 2021

3D-Darstellung eines Peitschenwurms/ 3drenderings, stock.adobe.com

Berlin – Die FDP hat die Bundesregierung aufgefordert, sich im Kampf gegen vernachlässigte Tropen­krankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) stärker zu engagieren. Laut Weltgesundheitsorgani­sa­tion (WHO) litten mehr als eine Milliarde Menschen an solchen Krankheiten, die unbehandelt zu chro­nischen Beschwerden, Behinderungen oder auch zum Tod führten, heißt es in einem Antrag der Fraktion.

Die FDP regte an, die Bundesregierung solle bei der Umsetzung der neuen WHO-NTD Roadmap 2021-2030 eine Vorreiterrolle übernehmen.

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„Die Bundesregierung verwechselt wohl vernachlässigte mit vernachlässigbaren Tropenkrankheiten“, kriti­sierte Andrew Ullmann, Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss und stellver­tretende Vorsitzende des Unterausschusses Globale Gesundheit. Aktuell lasse das entsprechende Enga­gement der Regierung schwer zu wünschen übrig.

Dabei verschärfe die Coronapandemie die ohnehin schlechte Lage weiter. „Viele Programme wurden un­ter­brochen. Wir müssen mit einem Anstieg der Fallzahlen rechnen“, warnte Ullmann im Vorfeld des Welttages der vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30. Januar 2021.

„NTD-Programme müssen auch verstärkt für Prävention und Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ge­nutzt werden“, forderte der Gesundheitspolitiker. Mit ihnen könne man Menschen in den entlegensten Gebieten erreichen, Schutzausrüstung und Medikamenten effektiv verteilen und die Impfkampagnen gegen das Coronavirus gezielt unterstützen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen forderte die Staatengemeinschaft auf, trotz COVID-19 die Anstrengungen gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zu verstärken. Die Bundesregierung sollte ihre Forschungsförderung in diesem Bereich erhöhen.

„COVID-19 darf auf keinen Fall dazu führen, dass Krankheiten vergessen werden, an denen Hunderte Millionen Menschen leiden. Doch genau diese Gefahr sehen wir im Moment“, sagte Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Dagegen zeigten die enormen öffent­lichen Forschungsinvestitionen zu COVID-19, was möglich sei, wenn politischer Wille da ist.

„Die Bundesregierung sollte dafür sorgen, dass die Forschungsförderung zu diesen armutsassoziierten Krankheiten deutlich erhöht wird, dass Arzneimittel entwickelt werden, die Menschen in ärmeren Ländern dringend brauchen, und dass sie zu Preisen abgegeben werden, die alle bezahlen können“, sagte er. © hil/sb/aerzteblatt.de

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