NewsAuslandCoronaimpfstoff von Astrazeneca in Italien nur bis 55 Jahre empfohlen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Coronaimpfstoff von Astrazeneca in Italien nur bis 55 Jahre empfohlen

Montag, 1. Februar 2021

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Prabin Ranabhat

Rom – Nach der Zulassung des Coronaimpfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel­agentur (EMA) hat die italienische Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels empfohlen. Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impf­stoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilte die Arzneimittelagentur Aifa mit.

Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein „gewisses Maß an Unsicherheit“ gezeigt. Dieser Teil der Bevöl­ke­rung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden.

Anzeige

Die Behörde empfahl den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns auf Grundlage dessen für Men­schen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe verabreicht werden, wie es in der Mittei­lung von vor­gestern weiter hieß.

Die Aifa setzte in ihrer Empfehlung das empfohlene Alter damit tiefer an als die Ständige Impfkom­mis­sion in Deutschland (STIKO). Die am Robert-Koch-Institut angesiedelte Impfkommission hatte den Astra­zeneca-Impfstoff für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Auch sie stützte ihre Entschei­dung auf die vorliegenden Studien. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es.

Während in vielen europäischen Ländern die Coronaregeln weiter streng bleiben, lockert Italien heute die Beschränkungen in vielen Regionen. 16 Regionen seien dann in der gelben Coronazone mit den lockersten Regeln, hieß es aus dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Unter anderem wechseln Latium mit der Hauptstadt Rom und die wirtschaftsstarke Lombardei von Orange auf Gelb.

Das bedeutet, dass die Menschen dort wieder in Bars und Restaurants bis zum Abend am Tisch bewirtet werden dürfen. Ab 18 Uhr können die Lokale Bestellungen weiter zum Mitnehmen verkaufen. Außerdem dürfen die Museen von Montag bis Freitag wieder für Besucher öffnen. Weiterhin gelten jedoch die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr und das Verbot von Reisen zwischen den Regionen, es sei denn, sie sind etwa aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen notwendig.

Mit der Änderung befindet sich keine Region mehr in der strengsten Roten Zone. Lediglich eine Handvoll Regionen, darunter die Autonome Provinz Bozen und die Insel Sizilien, sind in der Orangen Zone.

Die Einteilung auf der Farbskala der Coronazonen richtet sich nach dem Infektionsgeschehen vor Ort. Am vergangenen Freitag hatte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in seinem wöchentlichen Coronalagebericht von einem sich verbessernden Trend gesprochen. Den R-Wert, der angibt wie viele Menschen ein Infi­zier­ter im Schnitt ansteckt, berechneten die Experten für die Zeit vom 6. bis 19. Januar mit 0,84.

Vorgestern meldeten die Behörden rund 12.700 Coronaneuinfektionen und etwa 420 Menschen, die mit SARS-CoV-2 gestorben waren. Damit liegen die Zahl der Coronatoten seit Pandemiebeginn bei mehr als 88.000 und die der registrierten Infektionen bei mehr als 2,541 Millionen. Bislang wurden in Italien mehr als 1,9 Millionen Coronaimpfungen verabreicht. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER