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Politik

Bundeswehr soll in abgeriegeltem Coronahotspot Portugal helfen

Montag, 1. Februar 2021

/picture alliance, Patrick Pleul

Berlin/Lissabon – Das von der Coronapandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundes­wehr erhalten. „Nach jetzigem Kenntnisstand wird es sich um materielle und personelle Hilfe handeln“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Die Zahl der Helfer und der Umfang der Hilfsgüter würden zunächst noch geprüft. Die Bundeswehr hatte nach einem Hilfeersuchen aus Portugal ein medizinisches Erkundungsteam in das Nachbarland Spaniens geschickt, dessen Erkenntnisse nun ausgewertet würden.

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Portugal selbst hat sich zur Eindämmung der Pandemie mittlerweile abgeriegelt. Seit gestern ist in dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. Die Co­ronalage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa „sehr schlimm“. Das Land ist besonders stark von der als höher ansteckenden Virusvariante aus Großbritannien betroffen, weshalb in Deutschland seit gestern eine Einreisesperre aus dem Land gilt.

Das Magazin Spiegel berichtete gestern, dass Anfang der Woche ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern der Bundeswehr nach Portugal geschickt werden könnte, um in den überlasteten Krankenhäusern auszu­helfen. Außerdem sei die Lieferung von Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten geplant.

Nach Spiegel-Informationen wurde den Bundeswehrexperten vor Ort ein katastrophales Bild geschildert. Das Gesund­heitssystem sei vollkommen überfordert, ein Großteil des Pflegepersonals in den Kranken­häu­sern sei selbst mit Corona infiziert. Das Ausfliegen von Patienten nach Deutschland sei zunächst nicht geplant.

Österreich hatte gestern angekündigt, dass schwer kranke Coronapatienten aus Portugal in das Alpen­land ausgeflogen würden. Wie viele Menschen betroffen seien, werde mit dem portugiesischen Gesund­heitsministerium abgeklärt, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit. „Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten“, sagte er. Österreich hatte schon mal Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen.

Das portugiesische Gesundheitsweisen steht wegen hoher Infektionszahlen massiv unter Druck. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung. Portugal war lange glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Gemessen an der Bevölkerungszahl gehören die Ansteckungszahlen derzeit nach Berechnungen von internationalen Orga­nisationen zu den höchsten weltweit.

Vorgestern wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Coronatote registriert. Auf Deutschland hochgerechnet wären das rund 130.000 Infektionen und mehr als 2.300 Toten binnen 24 Stunden.

Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 1.429 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Damit liegt Portugal vor Spanien (1.026) an der Spitze der 30 erfassten Länder. Für Deutschland betrug dieser Wert gut 265. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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