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Politik

Verwunderung über Gutscheine für FFP2-Masken

Montag, 1. Februar 2021

/picture alliance, Christoph Hardt, Geisler-Fotopress

München/Berlin – Zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 soll mehr als jeder dritte Bürger in Deutschland vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen. Die Bundesregierung hat dies als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko beschlossen – dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Nachdem nun der Versand der Coupons begonnen hat, wundern sich manche Empfänger darüber, dass auch sie solche Gutscheine in ihrem Briefkasten mit einem Standard­begleitschreiben finden. Denn auf den ersten Blick ist es häufig nicht erkennbar, aus welchem Grund jemand auf der Empfänger­liste seiner Krankenkasse gelandet ist – und auch kleine Kinder erhalten die Gutscheine.

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„Ich bin weder Risikopatient noch besonders alt. Was ist hier los? Warum bekomme ich einen Berechti­gungsschein für FFP2-Masken?“, schreibt etwa ein junger Mann auf Twitter zu dem Foto seiner Gut­scheine.

Zum Hintergrund: Insgesamt bekommen rund 34 Millionen Bürger über das Bundesprogramm Gutschei­ne für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Das Bundesgesund­heits­minis­te­rium verwies auf Nachfrage auf die Vorgaben für den Versand: Es gebe klare Indikationen, darunter be­stimmte Vorerkrankungen, sagte ein Sprecher. Auch ein 30-Jähriger mit chronischer Lungenerkrankung könne Masken bekommen.

„Über mögliche Irrläufer oder Adressaten, bei denen der Anspruch nicht auf den ersten Blick nachvoll­ziehbar ist, sind uns nur die Presseberichte über Einzelfälle und entsprechende Social Media-Beiträge bekannt“, berichtete ein Sprecher des Verbandes der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung. Aufklärung könne dann nur eine Nachfrage bei dem einzelnen Versicherungsunternehmen bringen.

Die Gutscheine würden an alle Versicherten versandt, für die in den Abrechnungsdaten eine Diagnose aus dem vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium vorgegebenen Kriterienkatalog verzeichnet sei. Dazu gehöre etwa auch Asthma. „Es ist zum Beispiel durchaus möglich, dass Ärzte einen ‚Verdacht auf Asthma‘ untersucht hatten und diese Befunde nun in den Datenbanken als Kriterien zum Versand der FFP2-Masken gewirkt haben“, sagte der Sprecher.

Auch der GKV-Spitzenverband verwies wegen Fragen des Versandes an die einzelnen Krankenkassen der Empfänger. Eine Sprecherin der AOK Bayern in München sagte: Es könne vorkom­men, dass den Versi­cher­ten vielleicht gar nicht bewusst sei, dass ein Arzt früher einmal eine Diagnose gestellt habe, die den Kriterien des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums entspreche. Dies könnte dann auch Kinder betreffen.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat zu seiner Verwunderung Gutscheine für vom Bund finanzierte FFP2-Masken erhalten. „Da war ich schon etwas überrascht“, sagte der CSU-Chef gestern. Warum er sie erhalten habe, könne er nicht sagen. Der 54-Jährige betonte aber, dass er die Gutscheine nicht einlösen, sondern zurückgeben werde. © dpa/aerzteblatt.de

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