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Politik

Corona: Bayer steigt in Produktion des Curevac-Impfstoffs ein

Montag, 1. Februar 2021

/picture alliance, dpa, Jörg Carstensen

Berlin – Der Pharmariese Bayer steigt in die Produktion eines Coronaimpfstoffs ein und will im kom­menden Jahr 160 Millionen Dosen herstellen. Im Bayer-Werk in Wuppertal solle der vom Tübinger Un­ternehmen Curevac entwickelten mRNA-Impfstoff dann in großem Umfang produziert werden, sagte Bayer-Vorstandsmitglied Stefan Oelrich am Montag bei einer Pressekonferenz. Die ersten Dosen seien möglicherweise bereits Ende diesen Jahres verfügbar.

Der Impfstoff von Curevac befindet sich derzeit noch in der dritten Testphase, nach Unternehmensan­gaben nehmen daran 36.000 Probanden teil. Eine Zulassung wird für die kommenden Monate erwartet.

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Curevac-Chef Franz-Werner Haas sagte bei der Pressekonferenz, dass das Unternehmen über ein schon aufgebautes Produktionsnetzwerk bis Jahresende rund 300 Millionen Dosen herstellen könne. Die Zu­sammenarbeit mit Bayer werde dann zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen. Die Produktion könne dort aber nicht sofort beginnen, weil zunächst noch die entsprechende Technik aufgebaut werden müsse –hier gebe es derzeit auf dem Weltmarkt Engpässe.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) begrüßte die Produktionszusammenarbeit von Bayer und Curevac. Es sei „zu begrüßen, wenn es zusätzliche Produktionskapazitäten gibt“, so der Minister. Er kün­digte an, sich Lieferungen aus der geplanten Produktion vertraglich zu sichern – „bevorzugt auf euro­pä­ischem Wege“, ansonsten aber auch national.

Zwangslizenzen, wie sie europaweit bereits vielfach gefordert wurden, seien nicht nötig, wenn Unter­nehmen freiwillig zur Kooperation bereit seien, wie in diesem Fall, ergänzte Spahn. Kritiker der von der EU getroffenen Abnahmevereinbarungen mit den Impfstoffherstellern hatten immer wieder moniert, dass diese trotz Lieferengpässen nicht dazu gezwungen werden sollten, ihre Impfstoffrezepturen frei zu geben, damit mehr Hersteller in die Produktion einsteigen können.

Spahn betonte, dass größere Mengen Impfstoff auch nach dem Sommer noch gebraucht würden, wenn wahrscheinlich viele Menschen schon geimpft seien – zum einen, falls nach der Impfung noch eine Auffrischung benötigt werde, zum anderen, weil die Impfstoffe möglicherweise an Mutationen des Virus angepasst werden müssten.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bezeichnete es als „bemerkenswertes Sig­nal“, dass Bayer nun erstmals in seiner 160-jährigen Unternehmensgeschichte in die Impfstoffproduktion einsteige. „Wir haben das Ziel, zu einem Standort zu werden in der Welt, der in der Pharma- und Biotech­nologie international mithalten kann“, sagte er auf der Pressekonferenz.

Curevac, seit August an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert, arbeitet wie der deutsche Konkurrent Biontech mit einem Wirkstoff auf Basis von Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA). Das Unternehmen hofft auf eine Zulassung Mitte des Jahres oder im dritten Quartal. Anfang Januar hatte Curevac die Zu­sammenarbeit mit dem Pharmariesen Bayer bekanntgegeben, um die Entwicklung zu beschleunigen. Die Bundesregierung beteiligte sich im Sommer 2020 für 300 Millionen Euro mit 23 Prozent an Curevac. © afp/alir/aerzteblatt.de

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