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Medizin

SARS-CoV-2: Biontech-Impfstoff im Labortest gegen B.1.1.7 weitgehend wirksam

Montag, 1. Februar 2021

/luckybusiness, stock.adobe.com

Mainz – Die Seren von Personen, die mit dem SARS-CoV-2-Impfstoff BNT162b2 immunisiert wurden, haben erneut in Labortests die britische Variante B.1.1.7 neutralisiert. Die Schutzwirkung war nach dem Bericht in Science (2021; DOI: 10.1126/science.abg6105) jedoch leicht abgeschwächt.

Die Variante B.1.1.7, die erstmals im September in Südengland beobachtet wurde, könnte sich in den nächsten Wochen und Monaten gegenüber anderen Varianten durchsetzen, da die Mutation N501Y die Bindung des Virus an die Zellen erleichtert und damit die Infektiosität fördert. N501Y verändert neben einer Reihe weiterer Mutationen (A570D, D614G, P681H, T716I, S982A und D1118H) sowie 2 Deletionen (H69/V70 und Y144) die Antigenität des S-Proteins. Dies könnte theoretisch die Effektivität durch die Immunabwehr schwächen. In den letzten Wochen wurden deshalb eiligst Laborstudien durchgeführt.

Diese Tests werden an sogenannten Pseudoviren durchgeführt. Das sind ungefährliche Viren, die mit dem Spikeprotein von SARS-CoV-2 bestückt werden, um sie dann mit den Seren von Geimpften zusammen­zubringen. Untersucht wird die Fähigkeit der Seren, die Viren von der Infektion und Zerstörung von Zellkulturen abzuhalten.

Die ersten Tests wurden mit Pseudoviren durchgeführt, in deren S-Protein einzelne Mutationen der der Variante B.1.1.7 eingebaut waren. Ein Team um Augur Sahin, den Vorstandsvorsitzenden von Biontech in Mainz, hat die Tests jetzt mit Viren wiederholt, die das komplette S-Protein mit allen Veränderungen der Variante B.1.1.7 enthalten. Die Seren stammten von 40 Teilnehmern einer früheren Phase-1/2-Studie, die beide Impfdosen erhalten hatten. Darunter waren 26 jüngere Erwachsene im Alter von 23 bis 55 Jahren und 14 ältere Teilnehmer im Alter von 57 bis 73 Jahren.

Untersucht wurde, bis zu welcher Verdünnung (Titer) das Serum noch in der Lage war, eine Zerstörung von mehr als 50 % der Zellen zu verhindern.

Das geometrische Mittel dieses Titers (GMT) war bei der Variante B.1.1.7 um 20 % vermindert, was eine abschwächte Impfstoffwirkung anzeigt. Die GMT-Rate von 0,80 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,71 bis 0,89 signifikant. Die Abschwächung war mit dem Serum der jungen Probanden (GMT-Rate 0,78; 0,68 bis 0,89) etwas stärker als bei den älteren Erwachsenen (GMT-Rate 0,83; 0,65 bis 1,1).

Nach den Erfahrungen mit Grippeimpfstoffen deutet ein um 20 % reduzierter Titer nicht auf eine bio­logisch signifikante Änderung der Neutralisationsaktivität hin, schreibt Sahin. Es sei deshalb unwahr­scheinlich, dass die britische Variante dem durch BNT162b2 vermittelten Schutz entgeht. Ob diese Einschätzung zutrifft, wird sich vermutlich in den nächsten Wochen zeigen. © rme/aerzteblatt.de

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