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Medizin

Gonarthrose: Umstellungs­osteotomie kann häufig Kunstgelenk vermeiden

Freitag, 19. Februar 2021

Gonarthrose/ Ralf, stock.adobe.com

London/Ontario – Eine hohe Tibiaosteotomie, die durch eine Korrektur der Beinachse die am stärksten von der Arthrose betroffenen medialen Regionen des Kniegelenks entlastet, hat in einer prospektiven Behand­lungsserie im Canadian Medical Association Journal (2021; DOI: 10.1503/cmaj.200934) 4 von 5 jüngeren Patienten für mindestens 10 Jahre vor einer Knieendoprothese bewahrt.

Die Gonarthrose tritt relativ früh auf. Der Altersgipfel liegt bei etwa 50 Jahren, und viele Patienten sind noch zu jung für eine Endoprothese, deren Ergebnisse die oft noch sehr mobilen meist männlichen Pati­enten nicht immer zufrieden stellt. Vor diesem Hintergrund raten Orthopäden der Western University in London/Ontario jüngeren Patienten häufig als Alternative zu einer hohen Tibiaosteotomie.

Die Operation, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, wurde vor der Entwicklung von Knie­endo­prothesen häufiger durchgeführt, ist seither aber in den Hintergrund geraten. Die Operation entlastet durch eine Valgisation in Höhe des Schienbeinkopfes den medialen Teil des Kniegelenkes, um hier eine Schmerzreduktion zu erreichen.

Das Ziel der Behandlung ist die Versorgung mit einem künstlichen Gelenk zu vermeiden oder wenigstens hinauszuzögern. Viele Orthopäden bezweifeln, dass dies möglich ist, und sie befürchten, dass die Operation den späteren Gelenkersatz erschweren kann.

Das Team um Trevor Birmingham von der Fowler Kennedy Sport Medicine Clinic in London hat dagegen gute Erfahrungen mit der hohen Tibiaosteotomie gemacht. Von den 556 Patienten, die zwischen 2002 und 2014 operiert wurden (davon 87 an beiden Knien), benötigten bisher nur 103 eine Totalendo­prothese (darunter 15 nach beidseitiger Operation). Die kumulative Inzidenz betrug nach 5 Jahren 5 % und nach 10 Jahren 21 %. Dies bedeutet, dass 95 % der Patienten in den ersten 5 Jahren und 79 % auch 10 Jahre vor einem Kunstgelenk bewahrt wurden.

Am niedrigsten war die kumulative Inzidenz im Frühstadium der Erkrankung: Von den Patienten mit einem Kellgren-Lawrence-Score von 2 oder weniger benötigten nach 5 Jahren nur 2 % und nach 10 Jahren nur 13 % eine Totalendoprothese. Bei höheren Stadien kam es doppelt so häufig zu einer Operation (Hazard Ratio 1,96).

Weitere Risikofaktoren waren ein höheres Alter (Hazard Ratio 1,50 pro 10 Jahre) und Gewichts­probleme (Hazard Ratio 1,31 pro Anstieg des Body-Mass-Index um 5 kg/m2). Weibliche Patienten benö­tigten später ebenfalls häufiger ein Kunstgelenk (Hazard Ratio 1,67).

Zur Sorge um die Beeinträchtigung eines späteren Gelenkersatzes verweist Birmingham auf die Ergebnisse einer im letzten Jahr in den Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery (2020; DOI: 10.1007/s0042-020-0333-6) publizierten Metaanalyse.

Ein Team um Zheng Su von der Volksklinik in Weifang in der chine­ischen Provinz Shandong kam dort nach der Analyse von 16 Studien mit 103.552 Patienten zu dem Ergebnis, dass die 10-Jahres-Überlebensrate des Kunstgelenks nach vorausgehender Umstellungsosteotomie nicht signifikant erhöht war (Hazard Ratio 1,17; 0,96 bis 1,42).

Es kam allerdings häufiger zu Infektionen (relatives Risiko 1,51; 1,14 bis 2,02) und zu einer schlechteren postoperativen Beugefähigkeit des Gelenks, so dass randomisierte Studien zu dieser Frage dringend notwendig erscheinen. © rme/aerzteblatt.de

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