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Vor allem Generation Mitte schultert Last der Pflege

Dienstag, 2. Februar 2021

/picture alliance, Mascha Brichta

Berlin – Die mit Pflegefällen verbundenen finanziellen Belastungen treffen nach Angaben des Deutschen Instituts für Altersvorsorge vor allem jene, die für Angehörige die häusliche Pflege über­neh­men. Diese Schlussfolgerung lasse sich aus den Ergebnissen der Befragungen ableiten, die für die DIA-Studie 50plus im vergangenen Jahr durchgeführt worden seien, teilte das Institut heute in Berlin mit.

Demnach konstatierten weniger die Älteren und damit jener Teil der Bevölkerung, der besonders von Pflegebedürf­tigkeit betroffen ist, erhebliche finanzielle Einbußen, sondern vor allem die Altersgruppen bis 40 Jahre.

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In der Befragung sollten sowohl Pflegende als auch altersbedingt Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die finanziellen Einbußen durch die Pflegesituation einschätzen. Dabei bezeichneten je­weils knapp 60 Prozent der 18- bis 39-Jährigen die finanziellen Abstriche, die sie wegen der Pflege hin­nehmen müssen, als groß. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil jener, die große Einbußen beim zur Verfügung stehenden Geld anzeigten.

„Die altersbedingt Pflegebedürftigen selbst empfinden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar werden sie in vielen Fällen ihre Alterseinkünfte und Teile des Ersparten für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden müssen, das wird allerdings nur von knapp einem Fünftel der 60-Jährigen und Älteren als große finanzielle Einbuße betrachtet“, erklärte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.

Ganz anders verhalte es sich dagegen bei jenen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen der übernommenen Pflege ganz oder zumindest zum Teil aufgeben mussten. „Es findet anders als bei der stationären Pflege also zusätzlich eine indirekte Finanzierung durch Angehörige statt. Diese verzichten freiwillig auf Ein­kom­men", so der DIA-Sprecher.

Ungeachtet des Umstandes, dass die Pflege von Angehörigen zu finanziellen Einbußen führt, ist die Bereitschaft dazu ausgesprochen groß.

In der umfangreichen Befragung, die die Meinungsforscher von INSA Consulere für das Deutsche Institut für Altersvorsorge ausführten, gaben nahezu zwei Drittel der Teilnehmer an, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Lediglich für 17 Prozent der Befragten kommen solche Pflegetätigkeiten nicht in Frage. Für 13 Prozent ist diese Frage nicht relevant, weil sie zum Beispiel keine Angehörigen besitzen.

Für die Untersuchung wurden 3.030 Personen deutschlandweit von INSA Consulere befragt. Die kom­plette Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen. © kna/aerzteblatt.de

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