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Labore: Positivrate sinkt und die Suche nach Coronavarianten beginnt

Dienstag, 2. Februar 2021

/picture alliance, ROBIN UTRECHT

Berlin – Die Positivrate aller in Deutschland durchgeführten PCR-Tests auf SARS-CoV-2 sinkt weiter. In der letzten Januarwoche waren 8,9 Prozent von knapp einer Million Tests positiv. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) hervor. Gleichzeitig startet die Suche nach den Mutationen.

Mit 981.404 Tests (Vorwoche: 993.304) waren die PCR-Kapazitäten der 170 Labore, deren Ergebnisse die ALM zusammenträgt, in der vergangenen Woche zu etwa der Hälfte ausgeschöpft. Sie bilden nach Ver­band­sangaben 90 Prozent des Testgeschehens in der Bundesrepublik ab. Deutschlandweit könnten demnach derzeit wöchentlich rund 1,9 Millionen PCR-Untersuchungen durchgeführt werden.

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87.156 der Tests lieferten positive Ergebnisse, was einem Anteil von 8,88 Prozent entspricht (Vorwoche: 10,04 Prozent). Eine niedrigere Quote war zuletzt Anfang November verzeichnet worden. Zum Jahres­wechsel war sie auf 16,45 Prozent gestiegen, wobei jedoch in jener Woche rund 150.000 Tests weniger durchgeführt wurden.

Einen Mangel an Labormaterialien, die im Herbst vergangenen Jahres die Testkapazitäten begrenzt hatten, gebe es derzeit nicht, sagte ALM-Vorstandsmitglied Evangelos Kotsopoulos heute auf einer Pressekonferenz des Verbands.

Labore testen „zehntausende“ Proben auf Mutationen

Darüber hinaus würden mittlerweile viele Laboratorien PCR-positive SARS-CoV-2-Proben zusätzlich auf Mutationen testen, erklärte Kotsopoulos. In der vergangenen Woche seien „zehntausende Proben“ per PCR mit speziell auf die Mutationen ausgerichteten Testkits untersucht worden. Hinzu kämen die aufwen­digeren und deutlich zeitintensiveren Vollgenomsequenzierungen, für die ebenfalls „ausreichend Kapazitäten“ in einigen Laboren der ALM bereitstünden.

Der Nachweis der Virusvarianten sei dabei bisher selten. Ihr Anteil bewege sich „im einstelligen Prozent­bereich“, so Kotsopoulos. Doch auf Grundlage der gewonnenen Genomdaten und der PCR-Mutations­suche könnten bisher keine verlässlichen Aussagen getroffen werden, erklärte der erste Vorsitzende des Interessenverbands, Michael Müller.

Denn es gebe regionale Unterschiede und eine große Verzerrung durch die Auswahl der Proben. Einer­seits würden die Proben häufig aus der Clusternachverfolgung stammen, andererseits benötige das PCR-Mutationsscreening hohe Virusmengen in den Proben. Müller rechne in den kommenden Tagen mit einer ersten Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verbreitung der Virusmutanten in Deutschland.

PCR-Suche nach Mutationen bislang nur auf Anfrage

Solche PCR-Screenings auf bekannte Mutationen von SARS-CoV-2 wurden durch eine Aktualisierung der Testverordnung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) am 27. Januar ermöglicht. Die Labore können demnach die Kosten der PCR-Tests zweimal abrechnen, um mit einer zweiten Untersuchung auch speziell nach Mutationen zu fahnden. Anders als bei der Vollgenomsequenzierung müssen diese Untersuchungen jedoch vom Einsender der Probe oder dem zuständigen Gesundheitsamt beauftragt werden.

Dies behindere die Geschwindigkeit der Mutationssuche, kritisierte der Berufsverband Deutscher Labor­ärzte (BDL) in einer Mitteilung von heute. „Nach dem Prinzip der Stufendiagnostik können die Fachärzte im Labor positiv getestete Personen sofort, flächendeckend und wirtschaftlich auf Virusmutationen über­prüfen. Aber zurzeit wird der zweite Untersuchungsschritt durch die Testbürokratie gebremst“, sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski. © jff/aerzteblatt.de

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