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Ausland

EU-Kommission legt europäischen Plan zur Krebsbekämpfung vor

Mittwoch, 3. Februar 2021

/picture alliance, Uwe Anspach

Brüssel – Die Kommission der Europäischen Union (EU) hat heute einen europäischen Plan zur Krebsbe­kämpfung vorgelegt. Er umfasst in 42 Punkten den gesamten Krankheitspfad von der Vorsorge über die Diagnostik und Behandlung bis hin zur Förderung der Lebensqualität von Krebskranken und -überleben­den.

Unter anderem will die Kommission ein Krebswissenszentrum (Knowledge Centre on Cancer) zu bessere Koordinierung von wissenschaftlichen und technischen Initiativen auf EU-Ebene schaffen.

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„2020 haben wir alle gegen die COVID-19-Pandemie gekämpft. Gleichzeitig haben viele unter uns einen anderen Kampf geführt – den stillen Kampf gegen Krebs“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Im Jahr 2020 habe man 1,3 Millionen Europäer an der Krankheit verloren. „Und leider nimmt die Zahl der Fälle zu. Deshalb legen wir heute Europas Plan gegen den Krebs vor.“

„Ohne die Zusammenarbeit in Europa werden wir den Krebs nicht besiegen“, sagte der gesundheits­poli­ti­sche Sprecher der EVP-Christdemokraten im Europäischen Parlament, Peter Liese. Er betonte, dass ins­be­­­­sondere die Bekämpfung von Krebs bei Kindern ohne europäische Zusammenarbeit nicht erfolg­reich sei.

„Zum Glück ist es relativ selten, dass ein Kind an Krebs erkrankt, aber wenn es dann passiert, ist es für die Familie ein besonders schreckliches Schicksal. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen ist Zusammen­arbeit bei der Forschung und der Therapie absolut dringend“, so Liese.

Der Krebs bei Kindern werde entweder europäisch bekämpft oder er könne nicht erfolgreich bekämpft werden. Gleiches gelte auch für seltene Krebsarten und die immer spezialisiertere Behandlung im Be­reich der personalisierten Medizin, sagte der Mediziner.

Der Plan gliedert sich in vier Hauptaktionsbereiche mit zehn Leitinitiativen und zahlreichen Förder­maß­nahmen. Erster Hauptaktionsbereich ist die Prävention. Dazu gehört der Tabakkonsum – bis 2040 soll zum Beispiel erreicht werden, dass weniger als fünf Prozent der Bevölkerung Tabak konsumieren. Darü­ber hinaus werden im Rahmen einer Kampagne „HealthyLifestyle4All“ unter anderem gesündere Ernäh­rung und mehr Bewegung gefördert.

Um durch Infektionen verursachte Krebserkrankungen zu verhindern, sieht der Plan vor, dass bis 2030 mindestens 90 Prozent der Mädchen-Zielpopulation in der EU geimpft werden und bei den Jungen eine deutliche Steigerung der Impfzahlen erreicht wird.

Ein weiterer Hauptbereich ist die Früherkennung. Ziele sind ein besserer Zugang zu Früherkennungs­maßnahmen und mehr Qualität bei den Verfahren. Die EU will die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, bis 2025 für 90 Prozent der für eine Brustkrebs-, Gebärmutterhalskrebs- beziehungsweise Darmkrebs­früherkennung infrage kommenden EU-Bürger Vorsorgeuntersuchungen anzubieten.

Diagnose und Behandlung ist ein weiterer Aktionsbereich. Bis 2030 sollten zum Beispiel 90 Prozent der betroffenen Patienten Zugang zu nationalen onkologischen Spitzenzentren haben, die über ein neues EU-Netz vernetzt sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Lebensqualität von Krebskranken und Krebs­über­lebenden. Zu diesem Bereich gehören die Themen Rehabilitation, wiederauftretende Tumore, me­tas­tasierte Erkrankung sowie Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration und der Wieder­einglie­derung am Arbeitsplatz. Es wird eine Initiative „Besseres Leben für Krebskranke“ ins Leben gerufen, de­ren Schwerpunkt auf der Nachsorge liegt.

Im Jahr 2020 wurde bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs diagnostiziert, 1,3 Millionen Menschen sind dieser Krankheit erlegen. © hil/aerzteblatt.de

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