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Ärzteschaft

Videosprechstunden haben sich etabliert

Freitag, 5. Februar 2021

/New Africa, stock.adobe.com

Berlin – Aufgrund der Coronapandemie nutzen immer mehr Patienten virtuelle Sprechstunden. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Demnach konsultieren Patienten im zweiten Quartal 2020 fast 1,2 Millionen Mal einen Arzt oder Psychotherapeuten per Video. Zum Ver­gleich: 2019 fanden bundesweit knapp 3.000 Videosprechstunden statt.

Laut KBV-Analyse stieg auch die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die Videosprechstunden durch­führen: Im zweiten Quartal 2020 waren es 31.397. Dagegen hatten im vierten Quartal 2019 bundesweit erst 168 Praxen ein derartiges Angebot.

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„Durch Corona hat die Videosprechstunde einen regelhaften Schub erlebt“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister. Gerade Patienten, die wegen der hohen Infektions­zah­len nicht in die Praxis kämen, könnten so in bestimmten Fällen via Video versorgt werden.

Möglich wurde dies durch eine Lockerung der Regelungen zur Videosprechstunde während der Corona­pandemie. So können seit Frühjahr letzten Jahres Ärzte und Psychotherapeuten unbegrenzt Videosprech­stunden anbieten. Das heißt: Fallzahl und Leistungsmenge sind nicht limitiert. Die ärztliche Video­sprech­stunde ist zudem bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

Auch Psychotherapeuten dürfen während der Coronakrise bestimmte Leistungen per Videosprechstunde durchführen und abrechnen. Neben Einzeltherapiesitzungen sind auch Psychotherapeutische Sprech­stun­den und probatorische Sitzungen per Video möglich. „Der Goldstandard wird aber immer der per­sönliche Kontakt zum Patienten bleiben“, betonte Hofmeister. Die Videosprechstunde stelle aber eine gute Ergänzung dar.

Das zeigen auch die Zahlen der KBV-Analyse: Jeder Arzt und Psychotherapeut mit einem entsprechenden Angebot führte im zweiten Quartal 2020 durchschnittlich 37 Videosprechstunden durch. Dabei waren 95 Prozent der Patienten zuvor schon mal persönlich in der Praxis. Nur bei fünf Prozent der Fälle fand der erste Kontakt mit der Praxis per Video statt.

Auch immer mehr Hausärzte greifen ergänzend zum persönlichen Kontakt zur Kamera: Im zweiten Quar­tal 2020 waren es zwölf Prozent der Hausärzte bundesweit, die im Durchschnitt 21 Videosprech­stunden anboten. Bei den Kinder- und Jugendärzten lag die Quote bei 14 Prozent und durchschnittlich 19 Video­sprechstunden.

Mit Abstand am stärksten genutzt wurde die Möglichkeit der digitalen Konsultation laut KBV in der Psy­chotherapie: Drei Viertel aller Videosprechstunden im zweiten Quartal 2020 entfielen auf diesen Be­reich. Dabei hat jeder zweite Psychotherapeut in den Monaten April, Mai und Juni im Durchschnitt 47 Videosprechstunden durchgeführt.

Ebenso hoch sind die Zahlen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Auch dort hat zwischen April und Juni jeder zweite Arzt im Schnitt 48 Online-Sprechstunden durchgeführt. „Das zeigt, dass Ärzte und Psychotherapeuten digitale Anwendungen nutzen, wenn sie sie für ihre Arbeit als sinn­voll und nützlich erachten“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel. © hil/sb/aerzteblatt.de

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