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Medizin

Wann eine Chemotherapie bei Blasenkrebs sinnvoll ist

Freitag, 5. März 2021

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Berlin – Die Immunabwehr des Körpers trägt bei Patienten mit Blasenkrebs wesentlich zur Wirksamkeit einer Chemotherapie bei. Das berichtet ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health (BIH) im Fachmagazin Science Translational Medicine (2021; DOI: 10.1126/scitranslmed.abb3735). Laut den Forschern lässt sich dieser Zusammenhang für eine Vorher­sage des Therapieerfolgs nutzen.

Für die Studie untersuchten die Forschenden nach Abschluss der Chemotherapie Tumorproben von 20 Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs, die an der schwedischen Umeå University in Behandlung waren. Die Biopsien hatten die Wissenschaftler schon vor der Therapie im Rahmen einer Blasenspiegelung für die Diagnose entnommen.

Die Forschungsgruppe analysierte die immunologischen Botenstoffe im Gewebe und erfasste, welche Rezeptoren die Immunzellen in dem Tumor produzierten. Für alle gefundenen Komponenten prüfte sie anschließend, ob deren Menge mit dem Therapieerfolg zusammenhing.

Es zeigte sich: Nur wenn das Tumorgewebe zwei spezifische immunologische Komponenten, CXCL11 und CXCR3alt, in großen Mengen aufwies, zeigte die anschließende Chemotherapie Wirkung. „Diese beiden Komponenten lassen sich im Labor vergleichsweise unkompliziert messen, als Probe reicht die Biopsie aus, die für die Diagnostik des Tumors entnommen wird“, sagte Michael Schmück-Henneresse, Wissenschaftler am Berlin Institute of Health Centrum für Regenerative Therapien, am Institut für Medizinische Immunologie und am Berlin Center for Advanced Therapies der Charité.

Mit dieser technisch einfachen Methode sei es grundsätzlich also bereits zum Zeitpunkt der Diagnose möglich, den Erfolg einer Chemotherapie bei dem Betroffenen abzuschätzen. „Ist es unwahrscheinlich, dass die Vorbehandlung anschlägt, könnte man auf die Chemotherapie verzichten und den Blasenkrebs direkt operativ entfernen. Ein solches personalisiertes Vorgehen würde den Patienten nicht nur die Nebenwir­kungen einer unwirksamen Behandlung ersparen, sondern voraussichtlich auch ihre Überlebenschancen erhöhen“, sagte er.

Er betonte aber, vor dem routinemäßigen Einsatz des Verfahrens seien weitere Studien nötig, welche die Ergebnisse bestätigen. © hil/aerzteblatt.de

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