szmtag Studie: Verzehr von raffiniertem Getreide könnte kardiovaskuläres...
NewsMedizinStudie: Verzehr von raffiniertem Getreide könnte kardiovaskuläres Sterberisiko in der Bevölkerung erhöhen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: Verzehr von raffiniertem Getreide könnte kardiovaskuläres Sterberisiko in der Bevölkerung erhöhen

Freitag, 5. Februar 2021

/fabiomax, stock.adobe.com

Hamilton/Ontario – Der häufige Verzehr von raffinierten Getreideprodukten, nicht aber von weißem Reis, war in einer internationalen prospektiven Beobachtungsstudie mit einer erhöhten Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer erhöhten Mortalität verbunden, wie die jetzt im Britischen Ärzteblatt British Medicial Journal (2021; DOI: 10.1136/bmj.m4948) veröffentlichten Ergebnisse zeigen.

Mit der neolithischen Revolution mit dem Übergang zum Ackerbau wurden Getreideprodukte die wichtig­ste Energiequelle für die Menschen. Hafer, Reis, Gerste und Weizen machen weltweit rund 50 % der täg­lichen Kalorienaufnahme aus. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Afrika und Südasien, liegt der Anteil sogar bei 70 %.

Seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert hat sich die Mehlqualität verändert. In den Mühlen wird seither das weiße Mehl von den faser- und proteinreichen Randschichten getrennt. Das Ergebnis ist ein raffiniertes Mehl mit besseren Backeigenschaften, aber einem geringen Gehalt von Ballaststoffen.

Nach dem Verzehr kommt es nach der raschen Aufspaltung der Kohlenhydrate zu einer schnellen Resorp­tion von Einzelzuckern, die den Glukosestoffwechsel belasten. Bei der Reisproduktion hat es eine ähnliche Entwicklung gegeben. Die Reiskörner bleiben zwar intakt, durch Schleifen und anschließendes Spülen wird jedoch die faser- und proteinreiche Außenschicht entfernt. Der häufige Konsum von weißem Reis wird für eine steigende Zahl von Diabeteserkrankungen im Süden und Osten Asiens mit verantwortlich gemacht.

Die Auswirkungen auf die Gesundheit waren bereits Gegenstand zahlreicher prospektiver Studien und mehrerer Meta-Analysen, deren Ergebnisse jedoch nicht eindeutig ausfielen. Ein günstiger Einfluss von Vollkornprodukten ließ sich dort eher nachweisen als gesundheitliche Risiken durch raffiniertes Getreide.

Jetzt liefert die PURE-Studie („Prospective Urban Rural Epidemiology“) neues Zahlenmaterial. Die Studie hat seit 2003 in weltweit 21 Ländern mehr als 148.000 Menschen im Alter von 35 bis 70 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und in der Folge Informationen zum Gesundheitszustand gesammelt.

Ein Team um Mahshid Dehghan vom „Population Health Research Institute“ an der McMaster Universität in Hamilton/Ontario hat die Daten zu 137.130 Teilnehmern ausgewertet, die zu Beginn der Studie noch frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren. Während einer Nachbeobachtungszeit von 9,5 Jahren sind 12.668 Teilnehmer (9,2 %) gestorben oder neu an Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz erkrankt.

Für die Gruppe mit dem höchsten Verzehr von raffiniertem Getreide (mindestens 350 g oder etwa 7 Portio­nen pro Tag) ermittelt Dehghan ein um 27 % erhöhtes Sterberisiko (Hazard Ratio 1,27; 95-%-Konfidenz­intervall 1,11 bis 1,46) sowie ein um 33 % erhöhtes Risiko auf schwerwiegende kardiovasku­läre Erkran­kungen (Hazard Ratio 1,33; 1,16 bis 1,52) jeweils im Vergleich zur niedrigsten Aufnahme­kategorie (weniger als 50 g pro Tag). 3 Scheiben Weißbrot am Tag steigerten das Sterberisiko um 5 % (Hazard Ratio 1,05; 1,03 bis 1,07). Der höhere Verzehr von raffiniertem Getreide war auch mit einem höheren systolischen und diastolischen Blutdruck verbunden.

Für den häufigen Verzehr von weißem Reis, den Ernährungsmediziner ebenfalls für bedenklich halten, konnte Dehghan dagegen kein erhöhtes Risiko feststellen. Auch in der höchsten Kategorie mit einem Verzehr von mehr als 450 g/Tag war kein Anstieg der Sterblichkeit oder der Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar.

Die Gründe sind nicht bekannt. Dehghan vermutet, dass langkörniger Reis und vor allem das Parboiling-Verfahren die Reisqualität verbessert. Beim Parboiling wird der Reis vor dem Schälen eingeweicht und erhitzt, wodurch die Vitamine und Mineralstoffe der Schale in das Innere des Reiskorns gepresst werden. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER