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Medizin

Studie: Klimawandel könnte Entstehung von SARS-CoV-2 gefördert haben

Freitag, 5. Februar 2021

/chamnan phanthong, stock.adobe.com

Potsdam – Der Klimawandel hat im Verlauf des letzten Jahrhunderts die Ausbreitung von Fledermaus­arten im Süden Chinas gefördert und dadurch die Chance auf eine Übertragung von Coronaviren auf den Menschen erhöht, behaupten Klimaforscher in Science of The Total Environment (2021; DOI: 10.1016/j.scitotenv.2021.145413).

Der Anstieg der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration hat weltweit zu einem Temperaturanstieg sowie zu Veränderungen bei Niederschlägen und Wolkenbedeckung geführt. In den Randgebieten der tropischen Wälder hat sich die Vegetation vom tropischen Buschland hin zu tropischer Savanne und Laubwald verändert. Dadurch haben sich vielerorts die Lebensbedingungen für Fledermäuse verbessert.

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Robert Beyer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Mitarbeiter der Universität Cambridge kommen in ihren Berechnungen zu dem Schluss, dass die Artenvielfalt von Fledermäusen in verschiedenen Regionen der Erde zugenommen haben könnte. Die Studie beruht allein auf Berech­nungen, Daten zur Veränderung der Artenvielfalt bei Fledermäusen standen ihnen nicht zur Verfügung.

Neben verschiedenen Regionen in Zentral- und Südamerika haben sich Bedingungen für eine Ausbrei­tung vor allem in Zentralafrika und am stärksten in der Provinz Yunnan im Süden Chinas verbessert. In Yunnan könnten sich im vergangenen Jahrhundert 40 neue Fledermausarten angesiedelt haben, was die Gesamtzahl auf etwa 100 Arten erhöht hat.

Da Fledermäuse vermutlich das wichtigste Reservoir für Coronaviren sind – jede Art ist im Durchschnitt mit 2,7 verschiedenen Coronaviren infiziert – könnte sich die Region laut Beyer zu einem „globalen Hotspot“ der Krankheitserreger entwickelt haben. Nicht jedes Coronavirus hat das Potenzial, auf den Menschen überzuspringen.

Mit SARS-CoV-2 ist dies jedoch bereits ein zweites Mal gelungen. Auch das erste SARS-Virus stammt aus China. Als Zwischenwirt wird das malaiische Schuppentier Manis javanica vermutet, das auch in der Region Yunnan vorkommt. Dort gefangen, könnte es über Wochenmärkte in den Kontakt zu Menschen gelangt sein.

Der Zwischenwirt für SARS-CoV-2 wurde bisher nicht identifiziert. Laut Beyer wäre es jedoch plausibel, wenn es sich ebenfalls um Tiere handelt, die in Yunnan gefangen und dann vielleicht auf Wochen­märkten in Wuhan zum Verkauf angeboten wurden.

Auch das MERS-CoV, das vor allem auf der arabischen Halbinsel zu sporadischen Erkrankungen führt, wird auf Fledermausarten zurückgeführt. Die Arten haben ihre Heimat in Ostafrika, wo es nach den Berechnungen von Beyer infolge des Klimawandels jedoch nur zu einer geringen Zunahme von Fledermausarten gekommen ist. © rme/aerzteblatt.de

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