szmtag Ältere Beschäftigte im Gesundheitswesen besonders oft ausgebrannt
NewsVermischtesÄltere Beschäftigte im Gesundheitswesen besonders oft ausgebrannt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Ältere Beschäftigte im Gesundheitswesen besonders oft ausgebrannt

Montag, 8. Februar 2021

/Mikhaylovskiy, stock.adobe.com

Berlin – Ältere Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sind mehr als doppelt so häufig wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben als der Durchschnitt der Beschäftigten in allen Branchen und Altersgruppen. Die am stärksten betroffene Beschäftigtengruppe sind ältere Frauen. Das geht aus der Antwort der Bun­desregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

„Es ist ein Offenbarungseid: Diejenigen, die wir am meisten brauchen, brennen am schnellsten aus. Bessere Arbeitsbedingungen in Gesundheit, Pflege und sozialen Berufen sind überfällig. Wettbewerb und Markt haben in diesen Bereichen nix zu suchen“, sagte Jutta Krellmann, Sprecherin für Mitbestimmung und Arbeit, der Linke im Bundestag.

Anzeige

Das Coronajahr 2020 ist in der Antwort der Regierung nicht erfasst, neuere Daten lagen ihr nach eigenen Angaben nicht vor. 2018 waren Arbeitnehmer durchschnittlich drei Tage wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Frauen über 45 Jahre waren mit fünf Krankentagen besonders betroffen. Auffallend hoch war der Krankenstand mit durchschnittlich 4,4 Ausfalltagen im Gesundheits- und Sozialwesen. In dieser Branche fielen Frauen über 45 Jahre 6,2 Tage aus.

Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen ist laut der Antwort in den vergangenen zehn Jahren insgesamt um 213 Prozent gestiegen. Ältere Beschäftigte ab 45 Jahre sind um mehr als drei Viertel stärker betroffen als Jüngere. Frauen sind um etwa zwei Drittel stärker betroffen als Männer.

Die Anzahl der Ausfalltage aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen hat sich laut der Antwort von 27,3 Millionen Ausfalltagen im Jahr 1998 auf 111,8 Millionen Ausfalltage im Jahr 2018 erhöht. Die anteiligen Produktionsausfallkosten am Bruttonationaleinkommen haben sich in diesem Zeitraum mit 13,3 Milliarden Euro vervierfacht. Jede vierte Frühberentung geht auf die Diagnose „Psychische Störun­gen“ zurück.

Wesentliche arbeitsbezogene Stressoren sind laut der Antwort auf die Kleine Anfrage Zeit- und Leis­tungs­druck, Multitasking, häufige Unterbrechungen, geringe Kontrolle über die Arbeit, unfaire Entloh­nung, Monotonie und Arbeitsplatzunsicherheit sowie Mobbing und schlechte Führung.

„Es ist höchste Zeit für einen besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz in allen Bereichen der Wirtschaft. Die bestehenden Instrumente reichen nicht aus. Wir brauchen eine Anti-Stressverordnung, die Arbeit­gebern klar vorschreibt, wie Beschäftigte vor Stress, Ermüdung und Monotonie zu schützen sind“, sagte Krellmann. Außerdem müsse die betriebliche Mitbestimmung ausgeweitet werden.

Nötig seien zudem häufigere und zielgerichtetere Kontrollen. „Hierfür braucht es mehr Personal, digitale Ausstattung und Mut zu abschreckenden Bußgeldern. Hier muss die Bundesregierung, die Länder entsprechend antreiben“, so die Sprecherin für Mitbestimmung und Arbeit der Fraktion. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER