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Kinder in Bayern seltener in Klinik, aber Anstieg bei Depressionen

Donnerstag, 11. Februar 2021

/alex.pin, stock.adobe.com

München – Im ersten Lockdown im Frühjahr sind deutlich weniger Kinder und Jugendliche in Bayern in einem Krankenhaus behandelt worden als üblich, die stationären Einweisungen wegen Depressionen und Angststörungen hingegen nahmen zu. Dies ergab eine Auswertung der Daten der DAK-Gesundheit in Bayern. Danach sank die Zahl der Klinikbehandlungen im März und April 2020 um 45 Prozent, die Zahl der Operationen von Kindern und Jugendlichen um 49 Prozent.

„Als nachvollziehbar und logische Konsequenz der Kontaktbeschränkungen kann der Rückgang der Be­handlungen wegen Infektionskrankheiten und Verletzungen angesehen werden“, erläuterte heute die Leiterin der DAK-Landesvertretung Bayern, Sophie Schwab.

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Besonders deutlich fiel laut der Datenauswerung der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei Darminfek­tionen (minus 62 Prozent), Lungenentzündung/Bronchitis (minus 52/43 Prozent) und Alkoholmissbrauch (minus 43 Prozent) aus. Auch Verletzungen durch Herumtoben oder Sport nahmen ab, bei Kopfverletzun­gen etwa gab es einen Rückgang um 36 Prozent.

Dagegen nahmen stationäre Behandlungen wegen Depressionen um sechs Prozent und wegen Belas­tungsstörungen gar um 44 Prozent zu. Die Belastungen durch die Coronapandemie wirkten sich hier negativ aus, erläuterte Sophie Schwab. „Die Analyse des ersten Lockdowns lässt befürchten, dass die Pandemiefolgen für unsere Kinder insgesamt wesentlich gravierender sein werden.“

Jüngst hatte bereits eine Studie des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf publik gemacht, dass ein knappes Jahr nach Beginn der Coronapandemie fast jedes dritte Kind in Deutschland psychische Auffälligkeiten zeigt.

Für die DAK-Analyse wurden die anonymisierten Krankenhausdaten von mehr als 102.000 Versicherten aus Bayern im Alter bis 17 Jahre aus den ersten Halbjahren 2019 und 2020 ausgewertet. Damit sind die Daten von rund fünf Prozent aller Kinder und Jugendliche im Freistaat berücksichtigt worden. © dpa/aerzteblatt.de

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