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Zi-Trendreport: Keine Nachholeffekte bei ambulanten Behandlungsfällen

Freitag, 12. Februar 2021

/carballo, stockadobecom

Berlin – Die erste Coronawelle hat bei niedergelassenen Ärzten zu drastischen Umsatzeinbußen geführt, die bis zum dritten Quartal 2020 nicht aufgeholt werden konnten. Das ist das zentrale Ergebnis des heute veröffentlichten Zi-Trendreports zur Entwicklung der vertragsärztlichen Leistungen von Januar bis September 2020.

Der Bericht basiert auf den Frühinformationen aus ärztlichen Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen für die ersten drei Quartale 2020 sowie aggregierten Informationen aus den Abrech­nungs­daten 2019.

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„Die COVID-19-Pandemie hat tiefe Spuren in der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versor­gung hinterlassen. Die vor allem im zweiten Quartal eingebrochene Nachfrage hat sich zwar normali­siert, Nachholeffekte im dritten Quartal 2020 sind allerdings weitgehend ausgeblieben“, resü­mierte Zi- Vorstandsvorsitzender Dominik von Stillfried.

So lagen die Gesamtfallzahlen der ambulanten Behandlungen während der ersten Pandemiewelle um bis zu 23 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums und blieben auch im dritten Quartal im Mittel immer noch um 0,3 Prozent unter den Vergleichszahlen von 2019.

Vor allem Kinder- und Fachärzte sind durch die Pandemie stark belastet: Sie verzeichneten im April 2020 im Schnitt Einbrüche von 34 beziehungsweise 26 Prozent. Dagegen lag die Gesamtfallzahl im Au­gust mit 0,6 beziehungsweise 1,5 Prozent kaum über den Werten des Vorjahreszeitraums. Im gleichen Zeitraum nahmen die hausärztlich betreuten Fälle lediglich um 0,3 Prozent zu, die psychotherapeuti­schen Fälle sogar um 0,8 Prozent ab.

Vorsorgeuntersuchungen wie Hautkrebs- oder Mammographiescreening sind laut Zi-Trendreport zwi­schen März bis Mai 2020 um bis zu 97 Prozent eingebrochen.

Viele Patienten seien bislang noch nicht wieder in die ambulante Versorgung zur Früh­erkennung von potenziell ernsthaften Erkrankungen zurückgekehrt, sagte von Stillfried. Gleiches gelte für diejenigen mit chronischen Krankheiten, wie etwa in der onkologischen Versorgung oder bei den Disease-Mana­gement-Programmen (DMP).

Ermutigend seien hingegen die sprunghaft gestiegenen Impfzahlen in den vertragsärztlichen Praxen, so der Zi-Vorstand: „Der deutliche Anstieg von Behandlungsfällen mit Impfungen gegen Influenza und Pneu­­mo­kokken im März 2020 zeigt, dass die Vertragsärztinnen und -ärzte schnell auf die krisenhafte Situation reagiert und die Empfehlungen zum Schutz der Patienten zügig umgesetzt haben.“

Laut Trendreport sind in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres 3,5 Millionen Pneumo­kok­ken- und Influenzaimpfungen mehr vorgenommen worden als noch 2019. Das entspricht einem Plus von 165 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Diese Zahlen zeigen: Die niedergelassene Ärzteschaft steht bereit, die Bevölkerung in Deutschland sicher, schnell und flächendeckend gegen das COVID-19-Virus zu impfen, sobald Bund und Länder die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen haben“, unterstrich von Stillfried. © hil/sb/aerzteblatt.de

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