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Politik

PCR-Tests ab kommender Woche wieder für alle mit Symptomen

Freitag, 12. Februar 2021

/picture alliance, Laci Perenyi

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will die Empfehlung bei PCR-Testungen überar­bei­ten, dass ab kommender Woche wieder jeder mit Coronasymptomen einen PCR-Test bekommen kann. Entsprechende Vorgaben sowie das Flussschema des Robert-Koch-Institutes (RKI) sollen angepasst wer­den.

Angesichts der ausgebliebenen Grippewelle und sinkender Coronazahlen gebe es wieder freie Kapazitä­ten in den Laboren, sagte Spahn heute in Berlin. Derzeit werden wöchentlich etwa eine Million vorhan­dene PCR-Tests nicht genutzt, für die es in den Laboren Kapazitäten gebe. Zusätzlich melden immer we­niger Labore fehlende Materiallieferungen.

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Mitte November waren die Empfehlungen für PCR-Tests wegen der stark steigenden Infektionszahlen geändert worden. Seitdem wird nicht mehr jeder mit Symptomen automatisch auf Corona getestet. Diese Empfehlung könne nun geändert werden, sagte Spahn: Ärzte sollten bei Symptomen des Patienten wie­der einen PCR-Test vornehmen können.

Es gebe zudem erste Anträge für die Zulassung von Schnelltests, die auch Laien anwenden könnten. Ob und wann diese kämen, hänge vor allem an ihrer Qualität. „Wenn sie ausreichend gut sind, ist das ein guter und wichtiger Baustein“, so Spahn.

Nach Zulassung stünden Bund-Länder-Gespräche an, „wie wir sie in die Teststrategie aufnehmen“. Noch sei auch der Preis offen – und inwieweit der Bund den Kauf eventuell mitunterstützt. „Hier habe ich auch noch keine Vorstellungen“, so Spahn. In Bereichen der kritischen Infrastruktur wie etwa dem Le­bensmittelhandel könnten heute schon zuge­lassene Schnelltests bezogen und nach einer Schulung genutzt werden.

Auch die Virologin Sandra Ciesek betonte, dass die Schnelltests als Public-Health-Maßnahme sinnvoll sein könnten. „Für eine Diagnose für den einzelnen Patienten benötigen wir die PCR“, so Ciesek bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Spahn.

Die bisherigen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit einem langen Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Für viele ist das unangenehm. Außerdem sollen sie nur von geschultem Personal gemacht werden. Bei den Selbsttests sind verschiedene Produkte im Gespräch, beispielsweise Gurgel- und Spucktests.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten nach ihrer Video­konferenz vorgestern festgestellt, dass sie in Schnelltests zur Selbstanwendung „ein weiteres geeignetes Mittel zur Steigerung der Testkapazitäten in Deutschland“ sehen.

„Vermehrt sollen auch Schnelltests den sicheren Unterricht und die sichere Betreuung und Bildung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege ermöglichen und Infektionsrisiken minimieren.“ Die bisherigen Schnelltests wurden laut dem Bund-Länder-Papier im Januar in Deutschland 15 bis 35 Millionen Mal durchgeführt. © afp/dpa/bee/aerzteblatt.de

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Avatar #811177
Mitja
am Montag, 15. Februar 2021, 11:37

(Gewollter?) Nebeneffekt

Das heißt die Testzahlen werden hochfahren und konsekutiv steigt die Anzahl positiv getesteter. Dies könnte wiederum Maßnahmen legitimieren. Ein Schelm wer böses dabei denkt?

Zumal meiner Erfahrung nach die Tests ohnehin schon niederschwellig angewendet werden. Wir sollten aufpassen, dass das ganze nicht zu einem sich selbst erhaltenden Automatismus wird, wenn die Labore und die Politik permanent auf hohe Testzahlen angewiesen sind...
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