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Coronapandemie wirkt sich auf Kurzsichtigkeit im Grundschulalter aus

Freitag, 12. Februar 2021

/mpix-foto, stock.adobe.com

Stuttgart – Coronalockdown, Homeschooling und häufiger Medienkonsum erhöhen im Kindesalter das Risiko von Sehschwächen. Das hat eine Reihenuntersuchung an 123.000 Schulkindern in China ergeben.

Demnach hat sich die Kurzsichtigkeit der Sechs- bis Achtjährigen im Jahr 2020 im Schnitt um 0,3 Diop­trien verschlechtert. Ursachen dafür könnten der seltenere Aufenthalt im Freien und das mit viel Bild­schirmarbeit verbundene Homeschooling sein, vermuten die Studienautoren.

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Ob die Zunahme an Kurzsichtigkeit eher auf verstärkte Bildschirmarbeit oder aber den fehlenden Aufent­halt im Freien zurückzuführen ist, beantwortet die chinesische Studie jedoch nicht.

Allerdings konnte kürzlich eine Studie aus Taiwan belegen, dass die Zunahme an Kurzsichtigkeit bei Kin­dern durch einen täglichen Aufenthalt im Freien von 120 Minuten während der Schulzeit umgekehrt wer­den konnte und die Rate der Kurzsichtigen seither jährlich sinkt – von 50 Prozent auf nun wieder 40 Prozent.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Eltern, jüngeren Kindern trotz der Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie möglichst viel Tageslicht zukommen zu lassen und die Nutzung von Smartphones, Tablets und PCs zu begrenzen.

Grundlage der chinesischen Studie waren die jährlichen Routineuntersuchungen auf Kurzsichtigkeit bei Grundschulkindern in der chinesischen Stadt Shandong. Dabei verglichen die Forscher die Ergebnisse der Jahre 2015 bis 2020.

Resultat: Der Anteil der Kurzsichtigen pro Jahrgang stieg bei den Sechsjährigen von 5,7 Prozent in 2019 auf 21,5 Prozent im Jahr 2020, bei den Achtjährigen erhöhte sich die Quote in diesem Intervall von 27,7 auf 37,2 Prozent. Vor allem jüngere Kinder, bei denen der Augapfel noch wächst, sind demnach beson­ders von mangeln­den Aktivitäten im Freien und Homeschooling betroffen.

Die DOG rät Eltern deshalb, ihren Kindern während des Lockdowns einen täglichen Aufenthalt von min­destens zwei Stunden im Freien zu ermöglichen. Zudem sollten die Schreibtische der Kinder während des Homeschoolings möglichst in der Nähe großer Fenster stehen und der Augenabstand zu Monitoren im Online-Unterricht mindestens einen halben Meter betragen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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