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Ausland

Ungarn startet Impfungen mit Sputnik V

Freitag, 12. Februar 2021

/picture alliance, Hungarian Foreign Ministry

Budapest – Als bisher einziges EU-Land hat Ungarn mit der Verabreichung des russischen COVID-19-Impfstoffs Sputnik V begonnen. In vier Budapester Krankenhäusern sollte heute die Verabreichung von 2.800 Dosen des in der EU nicht zugelassenen Vakzins beginnen, erklärte die Oberste Amtsärztin Cecilia Müller in einer Online-Presse­konferenz.

560 Hausärzte sollten für den Impfstart mit Sputnik V je fünf Patienten im Alter zwischen 60 und 74 Jahren benennen, die an keinen Vorerkrankungen leiden. Ungarn hatte dem russischen Impfstoff eine Notzulassung erteilt.

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Ärzte und Fachleute bemängeln, dass die Gesundheitsbehörden ihre Überprüfungen oberflächlich und intransparent durchgeführt hätten. Im Kampf gegen die Pandemie setzt Ungarns rechtsnationaler Minis­terpräsident Viktor Orban auf Impfstoffe, die in der EU nicht zugelassen, aber auf dem freien Markt ver­fügbar sind.

So hat Ungarn in Russland zwei Millionen Dosen Sputnik V und in China fünf Millionen Dosen des Präpa­rats Sinopharm bestellt. Ungarn hat knapp zehn Millionen Einwohner. Wie Orban heute in einem Rund­funkinterview erklärte, werde nächste Woche die erste Sinopharm-Lieferung erwartet.

Eine jüngste Verordnung Orbans hat das Verfahren der Notzulassung von COVID-19-Impstoffen in Un­garn bedeutend vereinfacht. Grundsätzlich reicht es aus, wenn der betroffene Impfstoff in mindestens drei Ländern der Welt, darunter mindestens ein EU-Kandidatenland, verwendet wird und sie weltweit schon mindestens einer Million Menschen verabreicht wurde.

Das Vorliegen dieser Bedingungen stellt Außenminister Peter Szijjarto fest. Ein EU-Kandidatenland, das schon seit Wochen Sputnik V und Sinopharm einsetzt, ist Ungarns südlicher Nachbar Serbien. © dpa/aerzteblatt.de

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