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Ausland

Ursprung der Pandemie: WHO-Experte und USA wollen von China mehr Daten

Montag, 15. Februar 2021

Ben Embarek (Mitte) und sein internationales Expertenteam der WHO./picture alliance, Ng Han Guan

Genf – Die USA und ein Experte der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO haben China aufgerufen, mehr Daten zu den möglichen Ursprüngen der Coronapandemie zur Verfügung zu stellen. „Wir brauchen mehr Daten“, um mögliche frühe Coronafälle ausfindig zu machen, sagte der Leiter der WHO-Mission in Wu­han, Peter Ben Embarek. Auch der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden forderte die Offenlegung aller Daten über die „ersten Tage des Coronaausbruchs“.

Ben Embarek und sein internationales Expertenteam sollten im Auftrag der WHO in Wuhan den Ursprün­gen der Pandemie auf den Grund gehen. In der chinesischen Millionenstadt waren im Dezember 2019 die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden.

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Zwar gehen die WHO-Experten auch nach ihrer Untersuchung weiter davon aus, dass das neuartige Co­ro­navirus von Fledermäusen über ein weiteres Tier als Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wur­de. Doch wann und wo das genau geschehen sein könnte, ließ sich nach ihren Angaben nicht klären.

Peking hatte eine unabhängige internationale Untersuchung zum Ursprung des Virus, die beim Kampf ge­gen diese und kommende Pandemien helfen sollte, zunächst verweigert. Erst mit einem Jahr Verspä­tung stimmte die Regierung der WHO-Mission zu, doch beschränkte sich diese letztendlich auf knapp zwei Wochen und blieb politisch heikel. Peking weist jede Verantwortung für die Pandemie von sich und bringt auch andere Verbreitungsmöglichkeiten ins Spiel.

Es gebe in seinem Team eine Mischung aus Frustration und der „realistischen“ Einschätzung, was „in wel­chem Zeitrahmen machbar ist“, sagte Ben Embarek nun. Nach seinen Angaben hätte sein Team gerne die Rohdaten über frühere Krankheitsfälle wie Lungenentzündung, Grippe und Fieber untersucht, bei de­nen es sich möglicherweise bereits um COVID-19 gehandelt habe. Dabei geht es um 72.000 Fälle zwi­schen Oktober und Dezember, von denen chinesische Experten aber nur 92 nachträglich auf das Virus untersuchten. Diese fielen allesamt negativ aus.

Ben Embareks britischer Kollege John Watson lobte allerdings die Bereitschaft der chinesischen Kolle­gen, in allen Details über ihre Arbeit und Methoden zu berichten. Berichte über lautstarke Meinungsver­schiedenheiten über den Zugang zu den Daten hatte ein weiterer Experte, Peter Daszak, zuvor zurückge­wiesen.

Trotz der deutlich verspäteten Untersuchung in Wuhan gebe es noch „eine Menge zu lernen, eine Menge zu entdecken“, sagte Ben Embarek. Auch nach den Worten seines Kollegen Watson ist es immer noch mög­lich, mehr als bisher über die frühen Stadien der Pandemie zu lernen. Mit einer vollständigen Aufk­lä­rung sei aber nicht mehr zu rechnen.

Wie heikel die WHO-Mission ist, zeigen auch die Reaktionen der USA. Bidens Sicherheitsberater Jake Sul­livan forderte einen „unabhängigen“ WHO-Bericht ohne Einmischung oder „Änderungen“ der Experten­mei­nungen durch die chinesische Regierung. Washington habe „ernste Bedenken“ über die Art und Weise, wie die Untersuchung in Wuhan gelaufen sei, sagte er. © afp/aerzteblatt.de

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