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Grüne Zonen sollen Kontrolle von SARS-CoV-2 europaweit ermöglichen

Dienstag, 16. Februar 2021

/picture alliance, Markus Schreiber

Berlin – Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler hat eine neue europäische Strategie gegen die Coronapandemie empfohlen. Von den 27 Wissenschaftlern aus Europa, kommen fünf aus Deutschland.

Zu der Gruppe gehört unter anderem die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz Zentrum für In­fektionsforschung in Braunschweig. Diese Darstellung ist in zentralen Medien europaweit erschienen, in Deutschland in der Süddeutschen Zeitung.

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„Impfungen sind ein zentrales Element auf dem Weg aus der Coronapandemie. Jedoch schwindet die Hoffnung, in Europa eine Herdenimmunität bis zum Ende des Sommers zu erreichen, weil der Impfstart schleppend verläuft“, heißt es in einer Darstellung der sogenannten „Zero-Covid-Gruppe“. Zudem seien die Mutanten aus Brasilien, dem Vereinigten Königreich, Südafrika und anderen Ländern ein Warnsignal, dass Varianten auftreten könnten, gegen die keine Immunität bestehe.

Eine Basis der jetzt erschienen europaweiten Strategie ist danach das von deutschen Wissenschaftlern entworfene „No Covid-Konzept“. Dies liefert laut den Wissenschaftlern Werkzeuge zur Umsetzung der Strategie.

Die Forscher empfehlen eine neue Zielrichtung: weg von langfristigen und landesweiten Lockdowns hin zur Kontrolle des Virus. Diese Kontrolle soll durch drei Strategien gelingen: Impfungen, grüne Zonen so­wie Strategien und Technologien für Tests und Nachverfolgung – alles begleitet von einer entsprechen­den Kommunikationsstrategie.

Zunächst sollte sich jedes Land in Zonen aufteilen, in Deutschland zum Beispiel in Landkreise und kreis­freie Städte. Diese können entweder „grün“ oder „rot“ sein. „Eine Zone würde als grün eingestuft, sobald dort der Ursprung jeder Infektion bekannt ist und die Test- und Nachverfolgungsstrategie die unkontrol­lierte Verbreitung verhindern kann“, erläutern die Forscher.

Grüne Zonen könnten schnell zum normalen Leben zurückkehren: Kinder können wieder sicher zur Schu­le gehen, Restaurants, touristische Einrichtungen und Geschäfte können wieder betrieben werden. Rei­sen­de können sich zwischen den grünen Zonen frei bewegen.

Aber es sei nötig zu verhindern, dass das Virus in die grüne Zone wieder eingeschleppt wird. Dies sollte durch zum Beispiel durch Reisebeschränkungen und Tests gelingen. Einreisende aus nichtgrünen Zonen sollten zum Beispiel einen negativen Test vorlegen und bei Ankunft in Quarantäne.

„Eine grüne Zone zu werden, ist den Aufwand wert. Wirtschaftlich und sozial gesehen werden fast alle kurzfristigen Kosten durch die Vorteile aufgewogen, die entstehen, wenn man sich schnell aus den Fes­seln der Pandemie befreit“, so die Wissenschaftler.

Darüber hinaus wirke die Aussicht auf eine sichere Rückkehr zur Normalität der wachsenden Müdigkeit in der Bevölkerung entgegen und sorge für Motivation und Stärkung der lokalen Gemeinschaften, argu­mentieren sie.

Aber wie wird eine rote Zone zu einer grünen? Hier empfehlen die Wissenschaftler einen kurzen voll­ständigen Lockdown, der alle Lebensbereiche umfassen und die Coronainfektionen in einer Region rasch auf nahezu Null senken soll. © hil/aerzteblatt.de

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