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Medizin

Die Rolle von Astrozyten bei medikamenten­resistenter Epilepsie

Freitag, 12. März 2021

/AGPhotography, stock.adobe.com

Düsseldorf – Astrozyten – ein Typ von Gliazellen im Zentralnervensystem – könnten einen Ansatzpunkt für die Behandlung von medikamentenresistenter Epilepsie bieten. Das berichtet ein deutsch-japanisches Wissenschaftler-Team unter Beteiligung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) im Journal of the Society for Neuroscience (2021; DOI: 10.1523/JNEUROSCI.2365-20.2020).

Bei rund 2/3 der Epilepsiepatienten gelingt es, Anfälle medikamentös weitestgehend in den Griff zu bekommen. Aber rund 1/3 der an Epilepsie leidenden Patienten spricht laut den Wissenschaftlern nicht auf die verfügbaren Medikamente an.

Christine Rose und Jan Meyer vom Institut für Neurobiologie der HHU beschäftigen sich mit zellulären Mechanismen bei der Entstehung von Epilepsien. Sie haben sich dabei auf Astrozyten fokussiert. Diese sind unter anderem für den Ionenhaushalt im Gehirn verantwortlich, spielen aber auch eine wichtige Rolle bei der direkten Signalübertragung zwischen Neuronen.

Die Wissenschaftler zeigen in der Studie, dass epileptische Entladungen zu einem Anstieg des pH-Werts in den Astrozyten führen. Diese pH-Änderung stört die Kommunikation innerhalb der zellulären Astro­zyten­netzwerke. Eine solche verminderte Kommunikation der Astrozyten scheint die epileptische Aktivität der Neuronen zu verstärken.

„Diese Erkenntnis weist einen möglichen Weg zu einem neuen therapeutischen Werkzeug auf: Indem mittels Medikamenten die Veränderung des pH-Werts in den Astrozyten unterbunden wird“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Diese Option konnten die Forscher bei Experimenten im Tiermodell bestätigen: Tiere, die entsprechend medikamentös behandelt wurden, litten weniger stark an epileptischen Überregungen des Gehirns als unbehandelte Tiere.

„Diese Beobachtung stimmt uns hoffnungsvoll. Aber ob sie sich tatsächlich auf den Menschen übertra­gen lässt, muss noch untersucht werden. Und bis dann ein möglicher Wirkstoff für Patienten entwickelt werden kann, ist es noch ein sehr langer Weg“, erläuterte Rose. © hil/aerzteblatt.de

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