NewsPolitikRettungsschirm für Krankenhäuser soll bis April verlängert werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Rettungsschirm für Krankenhäuser soll bis April verlängert werden

Dienstag, 16. Februar 2021

/snapshot, stockadobecom

Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will den derzeit geltenden Rettungsschirm für die Krankenhäuser bis zum 11. April 2021 verlängern. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des BMG hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

Bislang sind die Regelungen bis zum 28. Februar befristet. „Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der stationären Behandlungsfälle mit COVID-19 auch darüber hinaus auf hohem Niveau bleiben wird“, heißt es in dem Verordnungsentwurf.

Anzeige

„Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die Möglichkeit für Kranken­häuser, Ausgleichszahlungen zu erhalten, zu verlängern.“ Auch der Rettungsschirm für die Rehakliniken soll bis zum 11. April verlängert werden.

Der zurzeit geltende zweite Rettungsschirm für die Krankenhäuser wurde vom Bundestag am 18. Novem­ber im dritten Bevölkerungsschutzgesetz beschlossen. Demnach können die Bundesländer Kranken­häu­ser benennen, die Ausgleichszahlungen für Krankenhausbetten erhalten, die wegen verscho­bener Ein­griffe leer stehen.

Voraussetzung dafür ist, dass diese Krankenhäuser gemäß dem Notfall­stufen­konzept des Gemeinsamen Bundesausschusses eine Notfallversorgung der Stufe 2 oder 3 erbrin­gen sowie in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt liegen, in der die 7-Tage-Inzidenz bei über 70 liegt und in der es weniger als 25 Prozent freie, betreibbare Intensivkapazitäten gibt.

Nachrangig können die Länder auch weitere Kranken­häuser benennen, die für eine Basisnotfallversor­gung geeignet sind oder die sich auf die Versorgung von Lungen- und Herzkrankheiten spezialisiert haben.

Auswertung der Krankenhausdaten läuft

Krankenhausverbände wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatten im Vorfeld eine Ausweitung der finanziellen Schutzmaßnahmen für die Krankenhäuser bis zum Jahresende gefordert, damit die Häuser Planungssicherheit erhalten.

Im März hatte das BMG einen Coronabeirat gegründet, der die Auswirkungen der beiden Rettungs­schir­me auf die Krankenhäuser bewerten soll. Eine vom Coronabeirat in Auftrag gegebene Auswertung der Krankenhausdaten bis zum 30. September hat vor kurzem ergeben, dass die Krankenhäuser zwischen Januar und September 2020 infolge der Aus­gleichszahlungen aus dem ersten Rettungsschirm im Durch­schnitt 2,4 Prozent mehr Erlöse erzielt haben als in den beiden Vorjahreszeiträumen. Derzeit werden die Krankenhausdaten für das ganze Jahr 2020 ausgewertet.

Der nun vorgelegte Verordnungsentwurf gebe dem begrenzten Kreis der anspruchsberechtigten Kliniken zumindest eine Perspektive für Ausgleichszahlungen über den 28. Februar hinaus bis zum 11. April, so die Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

„Der Entwurf bietet aber weiterhin keine Lösung für die vielen Kliniken, die von den Anspruchskriterien nicht erfasst sind (Inzidenz über 70 und 75-prozentige Belegung der Intensivstationen), gleichwohl aber massive pandemiebedingte Erlösausfälle und Liquiditätsprobleme haben. Wie 2020 brauchen alle Krankenhäuser auch für 2021 wirtschaftliche Planungssicherheit über einen Ganzjahresmindererlös-Ausgleich“, erklärte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG.

Man erwarte seitens der DKG, dass die Weichen dafür in der für den 24. Februar vorgesehenen Sitzung des Expertenbeirats zu den Auswirkungen des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes gestellt werden. © fos/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER