szmtag Pflege: Mindestlohn für gering Qualifizierte fördert Altersarmut
NewsPolitikPflege: Mindestlohn für gering Qualifizierte fördert Altersarmut
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflege: Mindestlohn für gering Qualifizierte fördert Altersarmut

Mittwoch, 17. Februar 2021

/picture alliance, Zoonar

Berlin – Wer als ungelernte oder gering qualifizierte Pflegekraft lediglich den Mindestlohn bekommt, schafft es in seinem Berufsleben nicht, sich eine Rente in Höhe der Grundsicherung von aktuell 832 Euro zu erarbeiten. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion hervor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) schreibt.

Demnach muss eine Pflegehilfskraft auf Basis des ab 1. April gültigen Mindestlohnes von 11,80 Euro pro Stunde ununterbrochen 53 Jahre arbeiten, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erreichen. Bei einer Pflegehilfskraft mit mindestens einjähriger Ausbildung (Mindeststundenlohn 12,50 Euro) sind bei einer 35-Stunden-Woche 50 Arbeitsjahre notwendig.

Anzeige

Examinierte Pflegefachkräfte, für die ab Juli bundesweit ein Stundenlohn von mindestens 15 Euro gilt, müssen den Berechnungen zufolge 42 Jahre tätig sein, um eine Rente auf Höhe der Grundsicherung zu erreichen.

Die Ausweitung des von der Gewerkschaft Verdi mit dem neuen Pflege-Arbeitgeberverband BVAP aus­ge­handelten Tarifvertrags auf die gesamte Branche würde die notwendigen Arbeitsjahre bis zum Erreichen einer Rente auf Grundsicherungsniveau bei allen Beschäftigten reduzieren.

Pflegehilfskräfte bräuchten mit dem dort vereinbarten Stundenlohn von zunächst 12,40 Euro noch 51 Jahre, Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung (Stundenlohn 13,10 Euro) noch 48 Jahre und Pflegefachkräfte (Stundenlohn 16,10 Euro) noch 39 Jahre.

Die Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann kritisierte die Ablehnung eines flächendeckenden Tarifver­trags durch die privaten Heimbetreiber. „Mit der aus Sozialabgaben finanzierten Pflege älterer Menschen Gewinne machen, aber ihren Beschäftigten mit aller Kraft einen flächendeckenden Tarifvertrag verwei­gern wollen. Diese Haltung der privaten Pflegeunternehmen ist die Höhe und zeigt einmal mehr: Pflege muss in die öffentliche Hand“, sagte sie dem RND.

Die Finanzierung der Pflege müsse so reformiert werden, dass zusätzliche finanzielle Lasten der Men­schen mit Pflegebedarf nicht nur vermieden, sondern diese Lasten gesenkt und schließlich ganz abge­baut würden, so Zimmermann. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER