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Medizin

SARS-CoV-2: Radiologen finden unklare Veränderungen am Augapfel

Mittwoch, 17. Februar 2021

/blackday, stock.adobe.com

Paris – Infektionen mit SARS-CoV-2 können zu Veränderungen im Auge führen. Französische Radiologen berichten in Radiology (2021; DOI: 10.1148/radiol.2021204394) über Knoten am Augapfel, die sie in der Magnetresonanztomografie (MRT) in der Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens, bei 7 % der Patien­ten entdeckt hatten.

Auch wenn SARS-CoV-2 bei einer systemischen Infektion im Prinzip alle Organe des Körpers erreichen kann, waren Augenschäden bisher nicht im Blickfeld der Mediziner. Ein Team um Augustin Lecler von der Universität Paris möchte dies ändern. Dem Neuroradiologen war aufgefallen, dass einige Patienten im MRT merkwürdige Noduli im Augapfel aufweisen.

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Die Knötchen wurden in einer retrospektiven Studie bei 9 von 129 Patienten (7 %) entdeckt, bei denen eine MRT des Schädels mit einem 1,5 oder 3-Tesla starken Magneten gemacht worden war. Die Läsionen befanden sich im hinteren Pol des Globus an der Stelle, an der sich die Macula lutea der Retina befindet. Diese Region verfügt über die größte Dichte an Sinneszellen. Sie ist der Ort des schärfsten Sehens, dessen Ausfall mit dem Verlust der Detailerkennung und damit der Lesefähigkeit verbunden ist.

Die Läsionen waren in der FLAIR-Sequenz alle hyperintens, bei T1-Gewichtung isointens und zeigten nach Gadoliniuminjektion keine Verstärkung. Welche ophthalmologischen Befunde sich hinter den Veränderungen verbergen, ist unbekannt. Nur bei 3 Patienten war eine Augenspiegelung durchgeführt worden – alle ohne Befund. Bei einem Patienten war auch eine optische Kohärenztomografie, die Schicht­aufnahmen der Retina macht, unauffällig.

Lecler hält es dennoch für möglich, das Schäden an der Retina übersehen wurden, weil die Untersuch­ungen der Augen auf Intensivstationen, auf denen sich 8 der 9 Patienten befanden, nur schwer durch­führ­bar sind. Alle Intensivpatienten wurden beatmet, davon 7 in Bauchlage, was eine Beurteilung der Augen zusätzlich erschwert.

Lecler vermutet, dass die Noduli auf eine Entzündung der Retina zurückzuführen sind. Die länger dauernde Intubation in Bauchlage könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Die französischen Mediziner planen jetzt eine prospektive Studie, um den Ursachen der Noduli auf den Grund zu gehen. © rme/aerzteblatt.de

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