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Politik

Land ordnet nächtliche Ausgangsbeschränkung für Flensburg an

Donnerstag, 18. Februar 2021

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein./ picture alliance, Christian Charisius

Kiel/Flensburg – Wegen des starken Coronainfektionsgeschehens gelten für Flensburgs Einwohner von Samstag an eine Woche lang Ausgangsbeschränkungen. Sie betreffen den Zeitraum von 21.00 bis 5.00 Uhr, wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsdident Daniel Günther (CDU) gestern in Kiel ankündigte. Zu­dem gelte ein Verbot privater Treffen.

Lange Zeit hat es in Flensburg relativ wenige Coronafälle gegeben. Doch seit Mitte Januar – mitten im Lockdown – steigen die Infektionszahlen erheblich. Mittlerweile rangiert die Stadt an der dänischen Grenze mit 181,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der deutschen Kreise und kreisfreien Städte. Als Ursache wird die Verbreitung der in Großbritannien ent­deckten Variante B.1.1.7 vermutet.

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Diese Mutante wurde erstmals am 15. Januar in Flensburg nachgewiesen. Mittlerweile lässt sich nach Angaben der Stadt etwa ein Drittel aller seit Mitte Januar bestätigten Fälle auf sie zurückführen. Gestern (Stand: 11 Uhr) betrug die Zahl der vordiagnostizierte Meldungen 283 Fälle. „Es ist beunruhigend“, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf.

Das Flensburger Coronageschehen ist nach Ansicht des Leiters der Landesmeldestelle, Helmut Ficken­scher, ursprünglich vor allem auf Aktivitäten einer größeren Personalvermittlungsfirma zurückzu­führen.

„Diese haben mehrere größere Betriebe im Raum Flensburg und auch in Dänemark betroffen“, sagte der Infektionsmediziner. „Und das hat sich in der Bevölkerung in Flensburg und in angrenzenden Gebieten des Kreises Schleswig-Flensburg fortgesetzt.“ Betroffen seien vor allem Menschen im Umfeld infizierter Beschäftigter dieser Firmen.

Auch der Geschäftsführer des Flensburger St. Franziskus-Hospitals, das schwerpunktmäßig die Behand­lung von Coronapatienten im nördlichen Landesteil übernommen hat, ist in Sorge. Die Krankenhauska­pa­zitäten seien durch das einsetzbare klinische Personal begrenzt, sagte Klaus Deitmaring.

„Die Mutation wird uns ohne wirkungsvolle Maßnahmen in vier Wochen an unsere Versorgungskapa­zi­tätsgrenzen führen.“ Diese Situation stelle eine erhebliche Bedrohung für die Bevölkerung im gesamten Grenzland und konkret für die Flensburger Krankenhausversorgung dar.

Um das Geschehen einzudämmen, hat Flensburg bereits vor Tagen die Coronaregeln verschärft. So darf etwa nur noch eine Person pro Haushalt Einkaufen gehen. Auch die Besuchsregeln in Alten- und Pflege­heimen wurden verschärft; Schulen und Kindergärten öffnen zunächst nicht.

Auch der benachbarte Kreis Schleswig-Flensburg will die Schulen und Kitas am liebsten zunächst ge­schlossen halten. Im Kreisgebiet stiegen die Erkrankungen an der ansteckenderen Virus-Variante B.1.1.7. Angaben von gestern zufolge wurden bisher insgesamt 44 Fälle der britischen Variante nachgewiesen. © dpa/aerzteblatt.de

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