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Medizin

Großbritannien: Mehr tödliche Kuhmilchallergien unter Kindern

Dienstag, 23. Februar 2021

/Goffkein, stock.adobe.com

London – Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen einer schweren Nahrungsmittelallergie ist in den letzten 20 Jahren angestiegen. Die Zahl der tödlichen Anaphylaxien ist laut einer Studie aus Großbritannien im Britischen Ärzteblatt (BMJ, 2021; DOI: 10.1136/bmj.n251) dagegen deutlich zurückgegangen. Bei Kindern hat der Anteil der Todesfälle durch Kuhmilchallergien zugenommen.

Lebensmittelallergien werden in der Öffentlichkeit und in den Medien zunehmend als Bedrohung wahr­ge­nommen. Tatsächlich kann bei sensibilisierten Personen eine Exposition mit dem entsprechen­den Nahrungsmittel innerhalb kurzer Zeit zu einer Anaphylaxie und zum Tod führen.

Todesfälle sind aller­dings selten. Das UK Fatal Anaphylaxis Registry hat seit seiner Gründung im Jahr 1992 insgesamt 187 Todesfälle dokumentiert, bei denen Lebensmittel der wahrscheinliche Auslöser einer fatalen Anaphylaxie waren. Mit 86 Fällen war etwa die Hälfte auf Erdnüsse oder Baumnüsse wie Mandeln, Cashewnüsse und Walnüsse zurückzuführen.

Insgesamt 66 Todesfälle entfielen auf Kinder im Schulalter. Der Anteil der Erdnüsse als Auslöser betrug nach den von Paul Turner vom Imperial College London recherchierten Zahlen 14 %, 9 % wurden durch Baumnüsse verursacht, in 12 % der Fälle konnte die Nuss nicht identifiziert werden.

Der häufigste Auslöser für eine tödliche Anaphylaxie bei Kindern war Kuhmilch. Die Exposition mit dem proteinreichen Getränk war für 26 % der tödlichen Anaphylaxien verantwortlich. Bei Erwachsenen betrug der Anteil nur 5 %. Die meisten tödlichen Anaphylaxien bei Erwachsenen wurden durch Erdnüsse (20 %), Baumnüsse (9 %) und nicht identifizierte Nüsse (23 %) verursacht.

Den Grund für die Zunahme der tödlichen Zwischenfälle bei Kuhmilchallergien kann Turner nicht ermit­teln. Wenn sensibilisierte Menschen Milch trinken, seien sie jedoch in der Regel einer hohen Konzentra­tion der Allergene ausgesetzt, schreibt der Forscher.

Ein erhöhtes Krankheitsbewusstsein zeigt sich auch in einem deutlichen Anstieg in der Verordnung von Autoinjektoren, deren Zahl Turner den Aufzeichnungen des staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS Digital) entnommen hat. Im Zeitraum zwischen 1998 und 2018 kam es zu einer Zunahme um 336 %.

Auch die Zahl der Hospitalisierungen wegen Nahrungsmittelallergien ist stark angestiegen. Turner hat hier die „Hospital Episodes Statistics“ ausgewertet, die die Anlässe für Krankenhausbehandlungen speichern. Die Klinikbehandlungen wegen einer schweren Nahrungsmittelallergie stiegen zwischen 1998 und 2018 von 1,23 auf 4,04 pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Das entspricht einer jährlichen Zunahme um 5,7 %.

Etwas deutlicher fiel der Anstieg bei den Kindern unter 15 Jahren aus: Die Häufigkeit stieg von 2,1 auf 9,2 Einweisungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr oder um 6,6 %. © rme/aerzteblatt.de

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