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Kinder und Jugendliche suchen vermehrt Hilfe bei Psychotherapeuten

Freitag, 19. Februar 2021

/akf, stock.adobe.com

Berlin – Nach Angaben der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) ist die Zahl der Therapie­anfragen von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent gestiegen. Laut einer Blitzumfrage der DPtV unter 685 Psychotherapeuten wurden im vergangenen Jahr im Schnitt 3,7 Patien­tenanfragen pro Woche gestellt, aktuell sind es 5,9 Anfragen. Verglichen wurden eine Januarwoche aus dem laufenden und aus dem vergangenen Jahr.

Diese Zunahme falle deutlich höher aus als bei den ebenfalls befragten Psychotherapeuten für Erwach­sene, bei denen die Zahl der wöchentlichen Patientenanfragen von 5,2 im Januar 2020 auf aktuell 7,2 im Januar 2021 gestiegen ist

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„Nach Ergebnissen der COPSY-Studie zeigt fast jedes dritte Kind ein Jahr nach Beginn der Pandemie psy­chische Auffälligkeiten. Diese führen jedoch nicht zwangsläufig in eine psychische Erkrankung“, erläuter­te der DPtV-Bundesvorsitzender Gebhard Hentschel.

Etwa 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen könne innerhalb von zwei Wochen und mehr als der Hälfte innerhalb eines Monats ein Erstgespräch angeboten werden. „Corona wird bei der heranwachsenden Ge­neration Spuren hinterlassen. Schon jetzt sollten wir die Zeit nach der Pandemie planen und Geld für Hilfs- und Unterstützungsangebote bereitstellen. Wir brauchen ein Förderprogramm für psychische Ge­sundheit und soziales Miteinander“, fordert Hentschel.

Nach Corona dürfe der Fokus nicht nur auf dem versäumten Schulstoff liegen. Kinder müssten psychisch gestärkt werden und ausgiebig Zeit für Spiel, Sport, Kultur und soziale Interaktion erhalten, um die Mo­na­te eingeschränkter Kontakte auszugleichen, so Hentschel.

Er verweist auf Warnungen von Psycho­logen und Pädagogen der britischen Initiative „PlayFirstUK“, die Schüler nach der Pandemie zusätzlich mit „Nachholaktionen“ wie verkürzten Ferien oder verlängerten Schultagen zu belasten. Kin­der könnten insbesondere dann effektiv lernen, wenn der soziale Austausch stimme, so Hentschel.

Auch die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Ariadne Sartorius vom Bundesverbands der Ver­tragspsychotherapeuten (bvvp) forderte vor kurzem, „die sozialen und emotionalen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bei der weiteren Planung von Maßnahmen zum Umgang mit der Pandemie einzubeziehen“. Für die Zeit nach dem Lockdown müssten unterstützende Angebote vorbereitet und beschlossen werden.

Einer Onlinebefragung des bvvp von rund 400 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiatern und Kinderärzten zufolge zeigen viele Kinder und Jugendliche in der Pandemie ver­stärkt Ängste, sie befassen sich vermehrt mit dem Thema Tod, sind zunehmend Spannungen im häus­lichen Umfeld durch Mehrfachbelastungen der Eltern ausgesetzt und erleben häufiger als zuvor häus­liche Gewalt. Die Befragung wurde im Zeitraum von Mitte Dezember 2020 bis Mitte Januar 2021 durch­ge­führt und konnte rund 10.000 Antworten auswerten. © PB/kna/aerzteblatt.de

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