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Politik

Virusvarianten: RKI rechnet mit mehr Coronaausbrüchen

Freitag, 19. Februar 2021

/picture alliance, Geisler-Fotopress, Christoph Hardt

Berlin – Das Robert-Koch-Institut rechnet in den kommenden Wochen mit mehr Coronaausbrüchen. „Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt. Der rückläufige Trend der letzten Wochen setzt sich offenbar nicht mehr fort“, sagte Präsident Lothar Wieler heute. Die Fallzahlen stagnierten, in vielen Bundesländern sei ein Plateau entstanden. Doch das sei zu hoch.

„Wir wissen noch nicht genau, ob die besorgniserregenden Varianten dabei eine Rolle spielen“, sagte Wieler. Der Anteil der Variante B 1.1.7. steige jedoch rasant an. Deshalb erwarte er in den kommenden Wochen mehr Ausbrüche. „Auch unter jüngeren Menschen. Es werden auch mehr junge Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder erkranken.“

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„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Bekämpfung der Pandemie dadurch auch schwieriger wird“, sagte Wieler. Es werde schwieriger, das Ziel eines niedrigen Inzidenzniveaus zu erreichen. „Jede unbe­dachte Lockerung beschleunigt das Virus und wirft uns zurück. Dann stehen wir in ein paar Wochen ge­nau wieder an dem Punkt, wo wir Weihnachten waren.“

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) warnte angesichts des verlangsamten Rückgangs bei den Coronaneuinfektionen ebenfalls davor, bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nachlässig zu werden. „Wir haben eine Seitwärtsbewegung, das mahnt zur Vorsicht“, sagte Spahn heute in Berlin.

Wieler appellierte erneut an die Bundesbürger, Kontakte auf das nötigste einschränken, sich möglichst draußen zu treffen, möglichst nicht zu verreisen sowie Masken über Mund und Nase zu tragen. „Auch im Büro, im Auto und in öffentlichen Verkehrsmitteln“. Er riet dazu, Impfangebote anzunehmen. Alle Impf­stoffe in Deutschland seien sicher, wirksam und sie schützten.

Das Virus habe eine Boost erhalten. „Es macht große Sprünge, und da dürfen wir nicht rückwärtsgehen.“ Alle Maßnahmen wirkten aber auch gegen neue Virusvarianten. Deshalb gebe keinen Grund, sich entmu­tigen zu lassen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut unterdessen binnen eines Tages 9.113 Coronaneuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 508 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI von heute hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dash­boards von 5.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Am Freitag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.860 Neuinfektionen und 556 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar er­reicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezem­ber der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-In­zidenz) lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 56,8 – und damit geringfügig niedriger als am Vortag (57,1). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.369.719 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.2., 0.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67.206.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von gestern Abend bei 0,94 (Vortag 0,85). Der Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. © dpa/aerzteblatt.de

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