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Ausland

Afrika: Start der Coronaimpfungen steht in 20 Ländern kurz bevor

Freitag, 19. Februar 2021

/picture alliance, AP, Jerome Delay

Addis Abeba – Afrikas Impfstoffoffensive gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 steht der panafrikanischen Gesund­heitsbehörde Africa CDC zufolge unmittelbar vor dem Start. „Ich freue mich zu verkünden, dass die Auslieferung der ersten Million Dosen auf dem Kontinent kommende Woche beginnen wird“, kündig­te der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, gestern bei einer Pressekonferenz an.

Der Astrazeneca-Impfstoff werde an 20 Länder gehen, die damit vorrangig ihr Gesundheitspersonal im­pfen wollen. Ebenfalls gestern traf im westafrikanischen Senegal eine erste Impfstofflieferung aus China ein. „Senegal hat seine ersten Impfstoffdosen erhalten“, bestätigte Tandakha Dièye, der Leiter des natio­na­len Anti-COVID-Impfstoffkomitees.

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Es handle sich um insgesamt 200.000 Dosen des Mittels Sinopharm. Der südafrikanische Krisenstaat Simbabwe hatte bereits am vergangenen Montag eine ähnliche Menge des chinesischen Coronavirusvak­zins erhalten. Seit Beginn der Pandemie wurden in Senegal mehr als 31.770 Infektionen registriert, 769 Menschen starben an den Folgen.

Südafrika als zahlenmäßig am stärksten betroffenes Land auf dem Kontinent hat vorgestern bereits da­mit begonnen, den Impfstoff des Pharmakonzerns Johnson & Johnson zu verabreichen. Die zuvor gekauf­ten Astrazeneca-Dosen werden an andere Länder verteilt.

Hintergrund sind die Ergebnisse einer Studie, der zufolge das Astrazeneca-Präparat nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der zuerst in Südafrika entdeckten Variante B.1.351 schützt.

Über die Wirksamkeit bei schweren Verläufen wird in der Studie keine Aussage getroffen. Daraufhin stoppte Südafrika vorübergehend seine geplanten Impfungen mit dem Wirkstoff und bietet sie nun anderen afrikanischen Staaten an.

Nach der WHO empfahl gestern auch Nkengasong den weiteren Einsatz des Vakzins. „Es ist kein schlech­ter, sondern ein sehr wirksamer Impfstoff“, sagte er. Der Eindruck, Südafrika wolle nun unwirk­same Prä­parate beim Rest des Kontinents loswerden, sei völlig falsch.

Der Astrazeneca-Impfstoff war bisher vor allem für Entwicklungsländer die große Hoffnung, unter ande­rem weil er nicht bei besonders niedrigen Temperaturen gekühlt werden muss und das die Logistik ver­einfacht.

In Afrika wurden Africa CDC zufolge knapp 2,8 Millionen Coronainfektionen verzeichnet, das entspricht 3,5 Prozent der weltweit entdeckten Ansteckungen. Bei den Todesfällen nähert sich der Kontinent der Marke 100.000 an.

Der Trend der vergangenen vier Wochen sei ermutigend, sagte Nkengasong. „Wir haben auf dem gesam­ten Kontinent einen durchschnittlichen Rückgang bei der Zahl der Fälle von 21 Prozent.“ Mit Ausnahme von Zentralafrika sei die Tendenz in allen Regionen sinkend, angeführt vom Südlichen Afrika (minus 29 Prozent) und dem Maghreb (minus 18 Prozent).

Von den bevölkerungsreichsten Ländern Afrikas habe Südafrika sogar einen Rückgang von 38 Prozent verzeichnet. Nur Kenia legte bei den Neuinfektionen um 5 Prozent zu. © dpa/aerzteblatt.de

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