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Politik

FDP fordert mehr Daten zur Prävention von Medikamenten­missbrauch

Freitag, 19. Februar 2021

/rohane, stock.adobe.com

Berlin – Experten gehen von 2,9 Millionen Fällen von schädlichem und abhängigem Konsum von Medi­ka­menten bei Erwachsenen zwischen 18-bis 64 Jahren aus (12-Monats-Prävalenz). Prävention, Angebote der Suchthilfe sowie Aufklärung und verantwortungsvolle Abgabe von Ärzten und Apothekern können dem Problem entgegenwirken.

Der Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg, wirft der Bundesregierung jetzt vor, sich nicht ausreichend mit dem Thema Medikamentenmissbrauch zu beschäf­tigen. „Die Bundesregierung verfügt weder über aktuelle Daten zu diesem wichtigen Thema, noch über Ziele bei der Prävention und Suchthilfe. Das ist ein Armutszeugnis und muss sich dringend ändern“, sagte er.

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Grundlage für diese Vorwürfe ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bun­destagsfraktion, die dem Deutschen Ärzteblatt vorab vorliegt. Danach verfügt die Bundesregierung über keine aktuellen Daten bezüglich des Medikamentenmiss­brauchs von Kindern und Jugendlichen.

Verwiesen wird einzig auf die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts (KIGGS 2), die Daten zur Anwendung von Arzneimitteln bei Kindern und Jugendli­chen erhoben hat. „Diese Daten erlaubten jedoch keine Rückschlüsse auf Medikamentenmissbrauch und –abhängigkeit“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Kritisch sieht der sucht- und drogenpolitische Sprecher weiter, dass es keine jährlichen Trenddaten zum Medikamentenmissbrauch und auch keine Zahlen aus allen Bundesländern gebe. Zuletzt wurde der Bun­desregierung zufolge der klinisch relevante Medikamentenmissbrauch mit dem Epidemiologischen Suchtsurvey im Jahr 2015 erhoben, aber nur für sechs Bundesländer.

FDP-Mann Schinnenburg wirft der Bundesregierung vor, keine „messbaren Ziele“ zur Prävention und in der Suchthilfe bezüglich Medikamentenmissbrauch zu haben. Diese verweist in ihrer Antwort allgemein auf die „Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“, die zur Bekämpfung von Medikamentenmiss­brauch „zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen“ entwickeln soll.

Weiter sollen der Strategie zufolge Apotheker besser über Arzneimittelabhängigkeit informieren. Ärzte sollen die bestimmungsgemäße Verschreibung von psychotropen Medikamenten verbessern. Auch die Früherkennung und Frühintervention zur Reduzierung der Arzneimittelabhängigkeit insbesondere bei älteren Menschen bedarf der Strategie zufolge der Verbesserung. © PB/aerzteblatt.de

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